Energiesparen für Spielbetrieb und Klimaschutz

Die Energiekrise betrifft auch den Fußball. In Politik und Gesellschaft wird bereits über Einsparmaßnahmen im Profi- und Amateursport debattiert. Aber: Einen pauschalen und flächendeckenden Sport-Lockdown darf es nicht wieder geben, denn der Sport im Allgemeinen und der Fußball im Besonderen sind wesentlich mehr als eine reine Freizeitaktivität. Sie sind unverzichtbarer Teil der Gesellschaft und erfüllen wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktionen. Um die Sportstätten auch vor der Drohkulisse einer winterlichen Energiekrise offenzuhalten und den Spiel- und Trainingsbetrieb zu gewährleisten, kann auch der Fußball seinen Beitrag leisten und bereits jetzt Energiesparmaßnahmen einführen.

Der Fußball-Verband Mittelrhein und die Sportschule Hennef sind sich der Bedeutung von Energie- und Umweltthemen bewusst. Zusammen haben wir bereits verschiedenste ökologisch nachhaltige Maßnahmen durchgeführt und möchten dies in Zukunft auch intensivieren.


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  • Energiekrise als Existenzbedrohung: LSB NRW fordert Hilfsprogramm mit „Dreiklang“

    Energiekrise als Existenzbedrohung: LSB NRW fordert Hilfsprogramm mit „Dreiklang“

    „In NRW werden Sportvereine von der Landkarte verschwinden“

    Noch viel bedrohlicher als die heftigen Corona-Folgen: Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) fordert von der Landesregierung schnellstmöglich ein finanzielles Hilfsprogramm für Sportvereine, die aufgrund der unaufhaltsamen Energiekrise in Not geraten. „Wenn keine Hilfen vom Land kommen, werden in NRW demnächst Sportvereine von der Landkarte verschwinden. Besonders Sportvereine mit eigenen Sportanlagen befürchten teilweise ein kurzfristiges Aus“, betont LSB-Präsident Stefan Klett. „Spätestens ab Anfang kommenden Jahres müssen unsere Vereine finanzielle Hilfen des Landes in Anspruch nehmen können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele Vereine eiskalt erwischt werden und ihre Abschläge für Strom und Gas in kürzester Zeit nicht mehr bezahlen können“, ergänzt LSB-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Niessen und ist überzeugt: „Nur ein Dreiklang aus Einsparungen, mehr Eigenmitteleinsatz und einer staatlichen Hilfe wird die Existenz sichern können.“

    Zwar verweist die LSB-Führung ausdrücklich auf die vorbildliche Unterstützung der Sportvereine durch das Land NRW im Rahmen der Corona-Krise, mit der Vereinsinsolvenzen vermieden werden konnten. „Leider ist die Energiekrise jedoch von einem ganz anderen Kaliber für den organisierten Sport. Denn in Verbindung mit der hohen Inflation, treffen die regelrecht explodierenden Kosten die Vereinsmitglieder auch privat. Ein einfaches Umlegen der steigenden Energiepreise auf die Mitgliedsbeiträge wird nicht möglich sein“, erläutert Niessen. Vorliegende Vereinsbeispiele zeigen durchschnittlich eine Verdreifachung von Energiekosten, Extrembeispiele reichen sogar bis zu einer Verzehnfachung. Auch deshalb fasst der LSB NRW in einem Positionspapier anschaulich zusammen, dass kurzfristige Finanzhilfen des Landes zwingend erforderlich sind.

     

  • Tipps: Kostensteigerungen für Vereine – und jetzt?

    Tipps: Kostensteigerungen für Vereine – und jetzt?

    Energie einsparen. Energiebewusst umbauen. Tipps für Vereine.

    Die Kosten für Gas, Öl und Strom steigen stark an, die Inflationsrate liegt bei über sieben Prozent. Dies hat erhebliche Konsequenzen für die Vereinsfinanzen. Bislang wurdenselbst kleine Vereine aufgrund der Inanspruchnahme von Ressourcen wie Strom, Wärme und Wasser mit Betriebskosten in Höhe von 3.000 bis 6.000 Euro belastet, die refinanziert werden wollen. Diese Beträge haben oder werden sich zukünftig noch einmal deutlich erhöhen.

    Da die gestiegenen Energiekosten nicht (alleine) durch höhere Mitgliedsbeiträge gedeckt werden können, müssen Vereine alternative Maßnahmen ergreifen. Dabei steht das Einsparen von Energie im Fokus. Aber auch die Umstellung auf andere Energieträger ist eine Option. Häufig müssen jedoch Investitionen getätigt werden, die sich in der Regel erst langfristig auszahlen.
     

    Tipps für Einsparungen

    Es gibt eine Vielzahl an Energiesparmaßnahmen – nicht alle passen zu jedem Verein. Einige Anregungen: So könnenalte und überdimensionierte Heizkesseldurch moderne Alternativen, wie beispielsweise Brennwertkessel, Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen ersetzt werden. Über Solarthermie kann die Erwärmungvon Dusch- und Heizungswasser durch Sonnenwärme geschehen. Auch mit Hilfe einer verbesserten Dämmung von Dächern oder das Ersetzen von alten Fenstern durch Wärmeschutzgläsern kann Energie eingespart werden. Ebenfalls kann durch den Einsatz von Energiesparlampen oder LED anstelle von Glühbirnen oder Energiesparlampen bares Geld gespart werden. Eine einfache Methode ist zum Beispiel auch das Licht mit Hilfe von Bewegungsmeldern ein- und auszuschalten. Bei Dusch- und Wasserhähnen kann der Wasserverbrauch durch den Einbau von Durchflusskonstanthalter um die Hälfte reduziert werden. Selbstschlussarmaturen stoppen das Wasser nach 30 Sekunden, WC-Kästen mit Spartaste verbrauchen bis 75 Prozent weniger Wasser. Darüber hinaus fallen durch das Sammeln von Regenwasser sowie Bewässern der Außenflächen und des Fußballplatzes weniger kommunaler Abgaben an.

    Lesen Sie hier 87 Energie-Tipps für Vereine.

     

    Öko-Check-Berater*innen

    Welche Maßnahmen und in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, ist nicht trivial. Wer aber investiert, ohne sich vorher beraten zu lassen, läuft Gefahr, dass die Anlagen nicht wirtschaftlich sind oder falsche Technik eingesetzt wird. Öko-Check-Berater, die in einigen Landessportbünden oder Partnerorganisationen der Verbände zur Verfügung stehen, wissen, welche spezifischen Probleme Fußballvereine haben und richten ihre Beratung danach aus. Sie kennen die geeigneten Techniken und haben einen Überblick über die entsprechenden Fördermöglichkeiten. Ansprechpartner für die Vereine aus dem FVM-Gebiet ist der Landessportbund NRW.

    Um als Verein das Angebot des Öko-Checks nutzen zu können, ist es Voraussetzung, dass sich die Sportanlage im Eigenbesitz des Vereins befindet oder der Verein einen langfristigen Miet- oder Pachtvertrag hat.

    Das Vorgehen beim Öko-Check ist in Bezug auf seinen Ablauf in drei Punkte zusammenzufassen: Zunächst stellt der Verein dem Gutachter alle relevanten Daten zusammen, insbesondere die Verbrauchsdaten der letzten Jahre. Es erfolgt eine Ist-Aufnahme durch den Gutachter bei einem abgestimmten Termin vor Ort. Im Anschluss erhält der Verein einen Bericht, der die Schwachstellen aufzeigt und kurz-, mittel- und langfristige Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten empfiehlt.

    Für die Durchführung des Öko-Checks sind je nach Größe der Sportanlage zunächst 500 Euro zu zahlen. Damit wird die Untersuchung bereits mit dem gleichen Betrag durch den LSB gefördert, denn die tatsächlichen Kosten für den Öko-Berater belaufen sich auf rund 1.000 Euro. Darüber hinaus erhält der Verein 1.000 Euro „zurück“, wenn er die dabei empfohlenen Maßnahmen (zumindest teilweise) umsetzt – sozusagen ein doppelter Gewinn.

    Grundsätzlich ist der Öko-Check der erste und sinnvollste Schritt, um den Ist-Zustand aufzunehmen und Möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen, wie man zukünftig Geld sparen und somit gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun kann. Allerdings ist es dann auch erst einmal notwendig, Geld in die Hand zu nehmen, um einzelne oder mehrere Maßnahmen durchführen zu können und langfristig zu sparen.
     

    Fördermöglichkeiten

    Um die Belastung für den Verein abzumildern, gibt es diverse Fördermöglichkeiten, die die Modernisierung der Sportanlage bzw. des Vereinsheims in energetischer Hinsicht fördern.
     

    Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“

    Der Landessportbund NRW ist zurzeit Ansprechpartner für die Fördermaßnahme „Moderne Sportstätten 2022“. Bei dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“, das bis zum 31. Dezember 2022 verlängert wurde und für das eine Neuauflage für das Jahr 2023 in Aussicht steht, werden Investitionsmaßnahmen ab mindestens 10.000 Euro zur Modernisierung, Instandsetzung, Sanierung, Ausstattung, Entwicklung, zum Umbau und Ersatzneubau von Sportstätten und -anlagen gefördert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf energetischer, digitaler Modernisierung, der Herstellung von Barrierefreiheit bzw. -armut und auf Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen, Verletzungen und Schäden im Sport. Dabei soll möglichst ein geringer bürokratischer Aufwand für die ehrenamtlich geführten Sportorganisationen durch ein „Höchstmaß an Vereinfachung der Verfahren“ erreicht werden. Vereine reichen ihre Projektskizzen über ihren jeweiligen Stadtsportbund, Stadtsportverband bzw. Gemeindesportverband oder Kreissportbund bei der Staatskanzlei ein, die im Folgenden die Förderentscheidung trifft. Die Zuwendung erfolgt dann über die NRW.BANK als Bewilligungsbehörde.
     

    Darlehen und Zuschüsse für gemeinnützige Einrichtungen

    Darüber hinaus kann über zwei verschiedene Wege auf Bundesmittel zurückgriffen werden. So bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Darlehen für gemeinnützige Einrichtungen, also auch Fußballvereine an. Die Darlehensaufnahme erfolgt dabei über einen Finanzierungspartner. Dies kann eine Geschäftsbank, Sparkasse, Genossenschafts bank, Direktbank, Bausparkasse, Versicherung oder ein Finanzvermittler sein. Die KfW-Bank gewährt z.B. den „Investitionskredit für kommunale und soziale Unternehmen“ (148). Hierbei ist eine Kreditlaufzeit von bis zu 30 Jahren mit einer Zinsbindung für 10 oder 20 Jahre möglich. Die Kombination mit anderen Fördermitteln ist grundsätzlich möglich.

    Zuschüsse statt Darlehen bietet eine Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA). Insbesondere sind Zuschüsse für das Heizen mit erneuerbaren Energiequellen vorhanden sowie für Heizungsoptimierung. So werden bei der Heizungsoptimierung vor allem der Einbau hocheffizienter Heizungsumwälzpumpen sowie der Einbau hocheffizienter Warmwasser-Zirkulationspumpen in Höhe von 30 % der förderfähigen Nettokosten (Material und Installation) gefördert. Beim Heizen mit erneuerbaren Energien wird sowohl die Solarthermie, Heizen mit Biomasse, z.B. Pellets, und Wärmepumpen begünstigt. Auch der Einsatz von LED in den Flutlichtmasten wird gefördert. Die Förderung beträgt 20 % für die Anschaffungs- und Einbaukosten. Die Baubegleitung und/oder eine Fachplanung werdenmit 50 % gefördert. Für jeden Förderbestand werden eine Zuschussförderung, aber auch eine Kreditförderung angeboten.

    Aber aufgepasst: Eine gemeinsame Förderung von KfW-Darlehen und BAFA-Zuschuss ist nicht möglich. Und es könnte einen weiteren Knackpunkt geben. „Grundsätzlich ist die Kombination mehrerer Förderprogramme auch bei Inanspruchnahme einer Förderung möglich. Jedoch kann diesje nach Förderhöhezur Kürzung von Zuschüssen führen“, so Nadine Richter vom Referat für Erneuerbare Energien des BAFA.

    Darüber hinaus wird aktuell ein Bundesprogramm für die "Sanierung kommunaler Einrichtung in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" ausgeschrieben. Gefördert werden investive Projekte mit besonders sozialer und integrativer Wirkung. Für das Programm antragsberechtigt und dementsprechend Förderempfänger sind grundsätzlich Städte und Gemeinden (Kommunen), in deren Gebiet sich das zu fördernde Projekt befindet. Sportvereine sind nicht direkt antragsberechtigt, können aber zusammen mit ihrer Kommune einen gemeinsamen Förderantrag stellen. Wie bereits in der E-Postfach-Nachricht Anfang August hinterlegt, empfiehlt der FVM dringend eine kurzfristige Kontaktaufnahme mit der entsprechenden Kommune. Die Einreichung der Interessensbekundung zur Förderung durch das Bundesprogramm endet bereits am 30. September 2022.

     

  • Best Practice: Wie FVM-Vereine nachhaltig Energie sparen

    Best Practice: Wie FVM-Vereine nachhaltig Energie sparen

    Vorwärts Spoho 98 ist der zweite deutsche Amateurverein, der vom TÜV Rheinland erfolgreich auf Nachhaltigkeit nach dem ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften geprüft und zertifiziert wurde. Der FC Hertha Bonn hat den Heimatpreis NRW erhalten und wird nun beim Bau seines energieeffizienten Vereinsheims durch die Stadt Bonn finanziell unterstützt. Wie haben die Verantwortlichen das geschafft?

    „Vorwärts Spoho 98 als innovativen und nachhaltigen Fußballverein in Köln positionieren und das Thema Nachhaltigkeit in der Vereins-DNA verankern. Wir möchten einen Beitrag zur Agenda 2030 der UN leisten und weitere Vereine und Verbände motivieren, das Thema anzugehen.“

    Das ist erklärte Ziel von Vorwärts Spoho. Der Verein aus dem Kölner Westen lebt das Thema Nachhaltigkeit mit vielen verschiedenen Maßnahmen – beispielsweise kommen nur fair produzierte Fußbälle und Trikots zum Einsatz. Beim Catering wird darauf geachtet, dass die Produkte Bio sind oder regional angebaut wurden. Natürlich ist auch das Thema Energiesparen ein ganz wichtiges. Der Verein hat die Beleuchtung komplett auf LED umgestellt. Außerdem gibt es überall auf der Anlage Bewegungssensoren, die dafür sorgen, dass die Beleuchtung nur aktiv ist, wenn Personen in der Nähe sind. Eine weitere Maßnahme ist die Reduzierung der Helligkeit des Flutlichts. Dieses kann zudem so genau gesteuert werden, dass beispielsweise bei einem Torwarttraining alle Masten deaktiviert werden können – außer denjenigen, die den Strafraum beleuchten. Dazu kommen viele weitere kleine Maßnahmen, die am Ende aber etwas Großes bewirken.

    Vorwärts Spoho ist nach dem FC Internationale aus Berlin der zweite Klub in Deutschland, der vom TÜV eine Zertifizierung im Bereich Nachhaltigkeit erhalten hat. In dem Audit ging es darum, die Kompetenz des Vereins in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales glaubhaft unter Beweis zu stellen und messbare Ziele zu definieren. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig und wird jährlich überprüft. „Wir sind unglaublich stolz, dass wir das geschafft haben, weil die Vorbereitung auf das Audit viel Zeit in Anspruch genommen hat. Jetzt werden wir jedes Jahr unsere Ziele und Maßnahmen überprüfen und das Thema Nachhaltigkeit weiter verankern“, sagt die Nachhaltigkeitsbeauftrage Lea Wippermann. „Gleichzeitig wollen wir andere Vereine ermutigen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. Es lohnt sich!“

    Auch die Verantwortlichen von Hertha Bonn haben schon viel Zeit und Mühe in das Vorzeigeprojekt gesteckt, das unter dem Motto „Mission Vereinsheim – Bau eines Vereinsheims unter Aspekten der Nachhaltigkeit“ läuft. Es soll ein Sport- und Begegnungszentrum für alle Vereinsmitglieder sowie für Freunde und Gäste werden. Um den Verein grundsätzlich nachhaltiger auszustellen, wurde die Arbeitsgemeinschaft „Hertha wird nachhaltiger“ gegründet, das nun laufende Projekt ist ein wichtiger Teil der AG.

    „Im Moment sind neben mir vier weitere Ehrenamtliche in dieser Gruppe tätig“, sagt Jörg Michael, 2. Vorsitzender des FC Hertha Bonn. „Nachhaltigkeit ist in unserer Vereinsarbeit ein elementares Thema, weil es weit über wichtige Aspekts wie Energie sparen und Umweltschutz hinausgeht. Auch die soziale Komponente ist uns in diesem Zusammenhang ganz wichtig. Unser neues Klubs soll der zentrale Treffpunkt für unsere Sportlerinnen und Sportler werden. Aber auch Zuschauerinnen und Zuschauer und Anwohnerinnen und Anwohner aus der Nachbarschaft sind herzlich willkommen.

    “Auf dem Dach des neuen Klubhauses wird eine Photovoltaikanlage entstehen, über die der Verein im besten Fall einen großen Teil seines Energiebedarfs abdecken kann. Aber auch mit vielen weiteren Ansätzen versuchen die Verantwortlichen, Energie zu sparen und nachhaltig zu wirken. Die Verantwortlichen haben zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn das Thema Mülltrennung vorangetrieben. Das Sammeln und Spenden von Sportsachen oder die Wahl von fair produzierten Fußbällen sind weitere Maßnahmen.

  • Im Gespräch mit dem Sportschulleiter: „Wir wollen den CO2-Fußabdruck reduzieren“

    Im Gespräch mit dem Sportschulleiter: „Wir wollen den CO2-Fußabdruck reduzieren“

    „Wir wollen den CO2-Fußabdruck so weit wie möglich reduzieren.“

    In der Sportschule Hennef wird das Thema Umwelt- und Energiebewusstsein seit vielen Jahren groß geschrieben.

    Das Ziel, den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu reduzieren und irgendwann klimaneutral agieren zu können, spiegelt sich in den verschiedensten Maßnahmen der letzten Jahre wider. EINSZUEINS-Redakteur Markus Altmann aus der FVM-Kommission für gesellschaftspolitische Fragen hat mit Sportschulleiter Sascha Hendrich-Bächer gesprochen.

    Welche ökologischen nachhaltigen Maßnahmen hat die Sportschule ergriffen? Warum verfolgt die Sportschule einen ökologisch nachhaltigen Weg?

    Das „Warum“ ist bildlich schnell erklärt: Wir liegen im Grünen und wollen auch, dass es um uns herum grün bleibt. Mit unserer Größe und den knapp 60.000 Gästen pro Jahr haben wir eine Vorbildfunktion, der wir gerecht werden wollen. Photovoltaik auf den Dächern, Solarthermie für die Unterstützung der Beheizung des Hallenbades, die Nutzung von Regenwasser für die Platzbewässerung, E-Fahrzeuge, moderne Lüftungs-, Heizungs- und Beleuchtungsanlagen und unser Blockheizkraftwerk sind nur einige der vielen Maßnahmen, die wir in den letzten 15 Jahren ergriffen haben, um unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Eine der beiden Photovoltaikanlagen der Sportschule Hennef befindet sich auf der Kunstrasenhalle – grüner Strom im Gründen also.“

    Mit welcher Maßnahme wurde bei der Sportschule als erstes begonnen und warum?

    Begonnen wurde vor über 15 Jahren im Rahmen von Gebäudesanierungen mit Verbesserungen der Wärmedämmungen der Gebäude, besseren Fenstern, der Installation von Photovoltaikanlagen und schließlich der Solarthermieanlage am Hallenbad. Immer dann, wenn wir uns mit der Ertüchtigung von Gebäuden oder technischen Anlagen beschäftigt haben, spielten Effizienzsteigerungen eine wichtige Rolle.

    Wie nachhaltig ist aktuell, z.B. ein Wochenende für eine Fußball-Mannschaft in der Sportschule? Bemerken die Gäste diesen eingeschlagenen Weg?

    Nun ja, sicher nachhaltiger als vor 15 oder 20 Jahren – letztlich aber noch nicht nachhaltig genug. Wir sind stolz auf die bereits ergriffenen Maßnahmen und denken den Umwelt- und Klimaschutz bei unserem Handeln immer mit. Ziel muss es sein, dass wir möglichst zügig Klimaneutralität erreichen – und dann wäre ein Wochenende für eine Fußball-Mannschaft wirklich nachhaltig.

    In der Eingangshalle der Sportschule ist eine Anzeige, die zeigt, wie viel Sonnenenergie in Strom umgewandelt wird.Wie viel KWh Strom werden im Jahr erzeugt und wieviel wurden bisher insgesamt produziert?

    Die beiden Photovoltaik-Anlagen erzeugen etwas mehr als 150.000 kWh Strom pro Jahr, was dem Verbrauch von knapp 50 Haushalten und einer CO2-Einsparung von ca. 63 Tonnen pro Jahr entspricht.“ (Anmerkung: 3.106 kWh Stromverbrauch pro Haushalt pro Jahr lt. Statistischem Bundesamt 2019).

    Wurde die Photovoltaikanlage gefördert? Welcher zeitliche Aufwand ist grundsätzlich für die Beantragung von Förderung von Nöten? Wie läuft der Prozess von der Idee bis zur Umsetzung?

    Die beiden Photovoltaik-Anlagen wurden, was die Errichtung angeht, nicht gefördert. Wir profitieren aber von der über das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantierten Abnahme und Vergütung des produzierten Stroms – eine fortlaufende Förderung der Anlagen, wenn man so will. Erfahrung mit der Förderung energetischer Maßnahmen haben wir aus zahlreichen anderen Projekten. Der damit einhergehende Aufwand ist abhängig von den Anforderungen teils recht hoch und die verschiedenen Förderverfahren sind recht unterschiedlich. Im Grunde steht am Anfang aber immer eine gute Planung unter Berücksichtigung der Förderkriterien, die Antragstellung, die Ausschreibung der Gewerke und schließlich ein Verwendungsnachweis mit eventuellen Nachweisen zur Erreichung der Ziele. Diese verknappte Darstellung des Ablaufs kann zeitlich schon mal ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt deswegen gilt es, den Klima- und Umweltschutz immer bei jeder geplanten Maßnahme von Anfang an mitzudenken und keine Zeit zu verlieren. Und: Auch wenn die Programme teils mit hoher Anforderung versehen sind, Anträge und Nachweise teils nur unter Zuhilfenahme von Experten und Expertinnen zu meistern sind: Es lohnt sich immer, etwas für die Umwelt zu tun!

    Auf welcher Grundlage werden Maßnahmen in der Sportschule durchgeführt und welchen Aspekt spielt dabei ein nachhaltiges Handeln bei einem gleichzeitigen ökonomischen Aspekt. Inwieweit sind hierbei Fördermittel entscheidend?

    Fördermittel sind nicht ausschließlich entscheidend, helfen bei Investitionsentscheidungen aber natürlich ungemein – letztlich müssen unsere Entscheidungen wirtschaftlich tragbar sein, so dass es immer sorgfältig auszuloten gilt, was ökologisch und ökonomisch sinnvoll und vor allem machbar ist. Letztlich können es aber auch kleine Maßnahmen sein, die weder etwas mit Gebäuden, Anlagen oder Förderungen zu tun haben. In unserem Foyer befindet sich beispielsweise eine Kaffeemaschine mit To-Go-Bechern. Die Standardbecher haben innen einen Kunststoffüberzug. Es gibt Alternativen, die kompostierbar sind, frei von Kunststoff und letztlich nicht viel teurer als der Standardbecher. Für mich ein gutes Beispiel, dass nachhaltiges Handeln in alle noch so vermeintlich kleinen Entscheidungen einfließen kann und muss – schließlich verbrauchen wir rund 30.000 Becher pro Jahr. Eine ganze Menge also.

    Welche Ratschläge lassen sich aus den bisherigen Maßnahmen für Vereine ableiten? Welche Maß-nahme sollte ein Verein als erstes angehen?

    Pauschal ist schwer zu sagen, was ein Verein als erstes angehen sollte. Die Bedingungen sind überall unterschiedlich, die Sportanlage nicht immer im Eigentum der Vereine. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass, wenn jeder Verein nachhaltiges Handeln in seine Grundsätze aufnimmt, sich für jede individuelle Situation vor Ort Maßnahmen ableiten lassen. Vereine haben in ihren Reihen immer irgendwo jemanden, der für das Thema brennt oder sogar beruflich damit zu tun hat. Diese Expertise sollte, nein muss man auftun und nutzen. Und letztlich sollte jeder Verein seine Maßnahmen auch sichtbar und publik machen. Einerseits um auch einen Wettbewerb zwischen Vereinen jenseits des Spielfeldes „anzuzetteln“ und andererseits Mitgliedern und Besucher*innen von Sportanlagen als Ideengeber zu dienen und möglichst viele Nachahmer zu generieren.

    Die Sportschule betreibt das Blockheizkraftwerk mit Erdgas. Wie belastet dies die Sportschule und kann die Sportschule auf die aktuelle Entwicklung reagieren?

    Die aktuell hohen Preise für Gas treffen natürlich auch uns hart. Im Fall des Blockheizkraftwerkes ist es so, dass die kombinierte Produktion von Wärme und Strom das Gas deutlich effektiver verwertet als beispielsweise bei einer reinen Nutzung zur Wärmeerzeugung. Und weil neben dem Gaspreis auch der Preis für Strom deutlich gestiegen ist, lohnt sich der Betrieb des Blockheizkraftwerkes nach wie vor. Auf die aktuellen Entwicklungen können wir nur bedingt reagieren. Schließlich können wir beispielsweise das Hallenbad – das ja kein Spaßbad ist, sondern dem Schul- und Vereinssport und damit der Gesundheitsförderung dient – nicht unbeheizt lassen. Gleichwohl sind wir fortlaufend auf der Suche nach Einsparpotenzialen und werden diese auch nutzen. Entscheidend wird dabei auch sein, wie unsere Gäste mit der Nutzung von Heizung, Warmwasser und Strom umgehen. Wenn alle Gäste ihre heimischen Sparmaßnahmen auch in ihre Aufenthalte bei uns einfließen lassen, wäre das schon ein sehr guter Beitrag.

    Gibt es Pläne für die Zukunft, wie sich die Sportschule sich ökologisch nachhaltig positionieren will? Gibt es weitere Maßnahmen, die anstehen?

    Wie eingangs erwähnt, muss es unser Ziel sein, unseren CO2-Fußabdruck stetig zu reduzieren und letztlich klimaneutral zu werden. Ein hoch gestecktes Ziel, das wir nicht in Kürze erreichen werden, auf das wir aber all unsere Anstrengungen und Entscheidungen ausrichten werden. Konkret haben wir erst kürzlich eine Untersuchung der Liegenschaft in Auftrag gegeben, die konkrete Ergebnisse liefern wird, wie wir optimieren und welche Maßnahmen wir dann kurz bis mittelfristig ergreifen können. Sobald uns die Ergebnisse vorliegen, werden wir umgehend prüfen, wie wir sie umsetzen können.

  • Amateurfußball-Barometer zur Energiekrise: Große Eigenverantwortung und Appell an die Politik

    Amateurfußball-Barometer zur Energiekrise: Große Eigenverantwortung und Appell an die Politik

    Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat zu starken Preissteigerungen bei Strom und Heizmaterialien geführt. Um die Mehrbelastung abfangen zu können, wünschen sich Deutschlands Amateurvereine Unterstützung durch die Politik, sehen sich beim Energiesparen jedoch auch selbst in der Verantwortung. Das und weitere interessante Aspekte zeigen die Ergebnisse der jüngsten Umfrage im Amateurfußball-Barometer auf, das regelmäßig Menschen aus dem Amateurfußball zu ihrer Meinung befragt.

    Mehr als 3.800 Personen aus den Vereinen im DFB haben sich daran beteiligt, davon bekleiden 82 Prozent ein Amt in ihrem Verein, zum Beispiel als Vorsitzende*r, Trainer*in oder Abteilungsleiter*in.

    82 Prozent der befragten Personen gaben an, dass sie sich angesichts der hohen Mehrkosten im Verein Unterstützung durch die Politik wünschten. 93,8 Prozent fordern bei der Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen Unterstützung durch öffentliche Institutionen.

    Kurzfristige Finanzhilfen für Vereine und Kommunen hatte erst kürzlich auch Bernd Neuendorf als eines von drei zentralen Handlungsfelder der Politik ausgemacht. Im Bundeskanzleramt wird der DFB-Präsident mit Wolfgang Schmidt, dem Bundesminister für besondere Aufgaben, am 23. August darüber sprechen, wie sich Schließungen von Sportstätten vermeiden lassen und wie eine langfristige Investitionsoffensive für Sportstätten realisiert werden kann. Diese befinden sich laut der Befragten im Amateurfußball-Barometer zu 43,4 Prozent im Eigentum der Kommune. 25,9 Prozent geben an, dass der Verein seine Sportstätte von der Kommune pachtet. 27 Prozent der Sportanlagen sind im Eigentum des Vereins.
     

    Energiesparende Maßnahmen bereits umgesetzt

    Wie groß ist die Sorge vor finanziellen Engpässen bei den Klubs in Deutschland? 56,4 Prozent der Umfrage-Teilnehmer*innen befürchten durch die gestiegenen Energiekosten eine finanzielle Gefährdung ihres Vereins, 43,6 Prozent verneinen dies. Die Umfrage im Amateurfußball-Barometer macht zudem deutlich, dass die Vereine ein hohes Maß an Eigenverantwortung auszeichnet. 93,5 Prozent unterstreichen ihre Bereitschaft, energiesparende Maßnahmen umzusetzen, 40,8 Prozent haben dies bereits getan.

    Als häufigste Maßnahme geben die Vereinsvertreter*innen die Umrüstung auf eine LED-Lichttechnik an (68,2 Prozent), gefolgt von der Wartung von Fenstern und Türen (31,2 Prozent) und der Umrüstung auf regenerative Energieträger (25,5 Prozent).


    Mehrbelastung für Mitglieder vermeiden

    Bei der Bewältigung der erhöhten Energiekosten versuchen die Vereine finanzielle Mehrbelastungen für ihre Mitglieder zu vermeiden: Nur 26,7 Prozent der Befragten können sich eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge vorstellen, 15 Prozent denken über eine Sonderumlage für Mitglieder nach, 12 Prozent sehen die Möglichkeit, die Eintrittspreise für ihre Zuschauer*innen zu erhöhen.

    Vielmehr begegnen die Vereine den Mehrkosten hingegen mit eigenen Maßnahmen für einen geringeren Verbrauch (71,6 Prozent). Kurzfristige Umstellungen, die etwa die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer*innen durchgeführt haben, sind ein bedarfsgerechter Betrieb von Flutlichtanlagen (53,7 Prozent), die Sensibilisierung der Mitglieder über Energieverbräuche und das Aufzeigen von Einsparpotentialen (46,5 Prozent) sowie das Einstellen der Nutzung von verzichtbaren Elektrogeräten (46,4 Prozent).
     

    „Klare Erwartung an die Politik“

    „Die Umfrage zeigt eindrucksvoll, dass unsere Vereine sich bereits jetzt sehr verantwortungsbewusst und aktiv um Energieeinsparungen bemühen. Es ist toll, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 40 Prozent der Vereine Maßnahmen zur Energieeinsparung eigenständig umsetzen. Insgesamt sind sogar fast 94 Prozent der Befragten grundsätzlich bereit, energiesparende Maßnahmen im Verein durchzuführen. Mit Hertha Bonn haben wir auch einen Verein im FVM-Gebiet, der gerade in dieser Woche den Heimatpreis des Landes NRW für nachhaltiges Bauen/Sanieren erhalten hat. Ich unterstütze die nachvollziehbare Forderung der Vereine, die eine Unterstützung der Politik und der öffentlichen Institutionen erwarten. Und ich habe die klare Erwartung, dass die Kommunen auf ihre Vereine zugehen, um Lösungen zu finden. Ein Lockdown darf keine Option sein, weil Sport und Bewegung unerlässlich für die körperliche und psychische Gesundheit von Menschen sind“, erklärt FVM-Präsident Christos Katzidis.

     

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