Bitburger-Pokal: Zeit für neue Helden?

Im Bitburger-Pokal startet am Wochenende die erste Runde. Dabei fordern einmal mehr die vermeintlich Kleinen die Großen heraus. Glückt der Coup wird aus dem Spiel schnell eines, an dessen Protagonisten man sich noch lange erinnert.

Bitburger-Pokal: Zeit für neue Helden?

Wenn es überhaupt noch zusätzlicher Motivation bedarf, genügt Tobias Günther ein Blick auf den Kühlschrank. Dort hat der Spieler des Bezirksligisten Wahlscheider SV ein Foto aufgehängt, das ihn an große Erlebnisse im Cup-Wettbewerb erinnert. Mit dem FC Hennef hat er einst in Bonn den Bitburger-Pokal gewonnen und anschließend an gleicher Stätte gegen 1860 München im DFB-Pokal gespielt. Eine Szene dieses Matches zeigt das besagte Bild. „Diese Spiele in Bonn waren absolute Highlights meiner Karriere, die ich nie vergessen werde“, sagt er.

Diese Begeisterung reicht er nun weiter an seine Mitspieler in den Reihen des Wahlscheider SV, eines Teams aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Denn statt Ligaalltag heißt es am Wochenende Bühne frei für den Bitburger-Pokal. In der ersten Runde werden neue Pokalhelden gesucht. Günther & Co treten beim FC Union Schafhausen an (So., 15 Uhr). „Wir haben nichts zu verlieren und werden alles geben, verspricht Günther. Auch in den Reihen des Gastgebers freut man sich auf das Duell. „Wir haben schon tolle Begegnungen im Pokal erlebt“, sagt Marco Heitzer, der Geschäftsführer des Landesligisten Schafhausen. Er erinnert dabei an eine Erstrunden-Begegnung vor ziemlich genau zwei Jahren, als sein Klub vor mehr als 500 Zuschauern nur mit 0:1 am damaligen Drittligisten Fortuna Köln scheiterte. Ein Traum hat sich beim Heinsberger Kreispokalsieger aber noch nicht erfüllt. „Wir würden natürlich am liebsten einmal gegen Alemannia Aachen antreten“, sagt Heitzer. Zunächst gilt es aber, die erste Runde zu überstehen. „Den Anspruch zu siegen haben wir auf jeden Fall, denn wir sind der klassenhöhere Verein“, so der Geschäftsführer. Mit Phillip Grüttner, David Jennissen und Kapitän Sebastian Kranz kann er auf eine starke Achse in seinem Team vertrauen.

Auch Mittelrheinligist Blau-Weiß Friesdorf steht vor einem Vergleich mit einem unterklassigen Gegner. Die Mannschaft um das Trainergespann Johannes Weitensteiner und Thomas Huhn erwartet am Samstag (15 Uhr) den Bezirksligisten TuS Mechernich. Rocco Bartsch engagiert sich bei dem Klub aus dem Kreis Euskirchen als Geschäftsführer Fußball. Er hofft wiederum auf eine Überraschung. „Wir wollen, so lange es geht, die Null halten, vielleicht wird der Gegner dann nervös“, spekuliert der Ehrenamtler vom TuS Mechernich. Mit einer guten Leistung könne man zudem Selbstvertrauen für die Liga sammeln. „Das wäre gut“, sagt Bartsch, schließlich habe man in der Bezirksliga zuletzt fünfmal in Serie verloren.

Mit deutlich stärkerem Rückenwind geht der SV Schlebusch seine Aufgabe im Pokal an. Der Klub führt das Klassement in der Landesliga Staffel 1 an. „Es läuft wirklich gut bei uns“, sagt SVS-Trainer Stefan Müller vor der Partie gegen die SG Union Würm-Lindern (So., 15 Uhr). Der Coach ist selbst das beste Beispiel für die Kontinuität, auf die man in Schlebusch setzt. Nach sieben Jahren als Co-Trainer ist er nun bereits sieben Jahre Chefcoach des SVS. Auch der Kader wurde in den vergangenen Jahren stets nur punktuell verändert. „Im Moment ernten wir die Früchte von harter Arbeit und personeller Konstanz. Als Mannschaft sind wir gereift. Wir agieren geduldiger - vor allem in den heißen Phasen der Begegnungen“, sagt Müller. Kein Wunder, wenn er nun voller Euphorie ein Vollgas-Spiel im Cup ankündigt. „Pokal macht einfach immer Bock“, sagt Müller. Sein Pendant beim Bezirksligisten Würm-Lindern, Hermann-Josef Lambertz, gesteht Gastgeber Schlebusch die Favoritenrolle zu. Doch er hofft auf einen spannenden Vergleich. „Wir fahren sicherlich nicht dorthin, um den braven Gast zu geben und das Spiel abzuschenken“, sagt er. Zudem habe der Pokal seine eigenen Gesetze und man bringe einen Bus voller Unterstützer aus dem Kreis Heinsberg mit.

Ralph Köhler, Sportlicher Leiter beim SSV Homburg-Nümbrecht, hofft ebenfalls auf die vielbeschworenen Besonderheiten des Pokals. Zumal seine Elf noch etwas gutzumachen hat. Denn der Kontrahent und Gastgeber SSV Merten spielt wie seine Mannschaft in der Landesliga 1 und feierte zum Meisterschaftsauftakt einen 5:3-Erfolg ausgerechnet in Nümbrecht. „Das war allerdings das erste Spiel der Saison und beide Abwehrreihen waren noch nicht im Rhythmus“, sagt er. Er vertraut am Sonntag (15 Uhr) auf die Künste von Torjäger Robin Brummenbaum, der in der Liga bereits sechsmal traf. Merten sei allerdings der Favorit. Agi Loedel, Stellvertretende Vorsitzende in Merten, nimmt diese Rolle an. Der Wettbewerb genieße in ihrem Verein einen sehr hohen Stellenwert, daher werde das Team die Aufgabe voll konzentriert angehen. Mit Marcel Radschuweit, Ricardo Retterath und Norman Wermes verfüge man außerdem über äußerst routinierte Akteure. Das regionalligaerfahrene Trio sei in der Lage, das Team zu großen Erfolgen zu führen. „Und natürlich wäre es schön, wenn wir im Bitburger-Pokal auch mal auf einen Regionalligisten oder Drittligisten treffen würden“, sagt Loedel. Doch zunächst müsse ihre Mannschaft die anstehende Hürde nehmen, das sei anspruchsvoll und schwierig genug.

Hier kommen Sie direkt zu allen Spielpaarungen der ersten Runde im Bitburger-Pokal.

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