Handicap-Fußball

In allen 21 Landesverbänden des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind Beauftragte für den Handicap-Fußball und Inklusion Ansprechpartner für Vereine und Menschen mit Behinderungen. Hauptziel ist es, Fußballspieler/-innen mit Beeinträchtigungen bundesweit den Zugang in die „Fußballfamilie“, d.h. in die Vereine, zu erleichtern. Gefördert und koordiniert wird diese „Inklusionsinitiative“ durch die Sepp-Herberger-Stiftung.

FVM-Leitsatz (frei nach Giorgio Rimaun, Schweizer Journalist)

„Behinderung ruft nicht nach Mitleid, Behinderte brauchen nicht Überbetreuung und schon gar nicht fürsorgliche Bevormundung. Was ihnen nottut, ist partnerschaftliche Anerkennung als vollwertige Menschen, Motivation zur Selbständigkeit und Hilfe (nur) dort, wo es anders nicht geht“. So kann man Behinderungen und Sport zusammen führen.


Ansprechpartner im FVM

Im Fußball-Verband Mittelrhein hat das Präsidium im Herbst 2012 den langjährigen FVM-Geschäftsführer Hans Willy Zolper zum Beauftragten für den Behindertenfußball berufen. Er ist durch diverse Tätigkeiten, u.a. als Berater der Gold-Kraemer-Stiftung für das Projekt „Fußball-Leistungszentrum Frechen“, gut vertraut mit den Facetten des Behindertenfußballs. Überdies verfügt er über sehr gute Kontakte zu Organisationen, Institutionen und Personen aus Sport und Politik. Seine Aufgabe besteht im Aufbau eines FVM-Fachbereichs Behindertenfußball sowie dessen Weiterentwicklung.

Hans Willy ZolperLipizzanerstraße 750735 Köln
Tel.: 0221/315459hans.willy.zolper(at)fussballfreunde.de


Portrait Hans Willy Zolper

  • Hans Willy Zolper im Portrait

    Dieser pfeilschnelle und brandgefährliche Linksaußen aus der A-Jugend hatte es ihm angetan. „Unser Goalgetter“, erinnert sich Hans Willy Zolper. „Und unser Idol.“ Als Zolper beim SV Eitorf 09 in der C-Jugend kickte, da spielte dieser Linksaußen in der A-Jugend und schoss den SV völlig überraschend ins Finale um die Westdeutsche Meisterschaft. „Eine Sensation für unseren kleinen Verein“, schwärmt Zolper. Das Finale ging zwar verloren, die Erinnerungen an seine Fußballjugend aber sind geblieben. Auch dank des Linksaußen aus der A-Jugend, der nur zwei Jahre später beim 1. FC Köln spielte: Hannes Löhr. Der ehemalige deutsche Nationalspieler und spätere Trainer – unter anderem der U21-Nationalmannschaft – stammt gebürtig aus Eitorf. Zolper ist in Ruppichteroth geboren und in Alzenbach – nur drei Kilometer von Eitorf entfernt – aufgewachsen. Schon in jungen Jahren trat er als kleiner Junge auf den Siegwiesen in Eitorf gegen den Ball. Dem Fußball ist er bis heute treu geblieben – aktuell als Inklusionsbeauftragter des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM).

    „Ich habe schon früh immer mit Freunden Fußball gespielt. In den Verein ging es dann ab der C-Jugend. Eine D-, E- oder gar F-Jugend gab es damals noch nicht“, erinnert sich der 67-Jährige. „Als der SV damals im Finale um die Westdeutsche Meisterschaft stand, war das ein unglaubliches Erlebnis.“ Das Los hatte entschieden: Das Endspiel um die Meisterschaft findet in Eitorf statt. „Da waren mehrere Tausend Menschen am Platz. Zwar wurde das Finale verloren, aber die Leute haben noch viele Jahre später von diesem Tag erzählt und geschwärmt. Das war fantastisch.“ Zum Training machte sich Zolper damals mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter auf, die drei Kilometer von seinem damaligen Heimatort nach Eitorf zu radeln. Hauptsache, er konnte Fußball spielen. Und den großen Jungs wie Hannes Löhr beim Spiel zuschauen. „Wir haben damals natürlich die Spiele unserer A-Jugend verfolgt. Und einige Jahre später, als ich selbst in der A-Jugend war und Löhr bereits Profi, da kam er immer noch zu uns die Spiele schauen. Auch als wir später für Eitorf im Seniorenbereich gespielt haben, kam Löhr regelmäßig als Zuschauer zu unseren Spielen. Oft brachte er Freunde und Mitspieler mit wie etwa Karl-Heinz Thielen oder Wolfgang Weber. Er kam dann in der Halbzeit immer zu uns und gab uns Tipps. Für uns war das natürlich etwas ganz Besonderes.“

    1967 verlässt Zolper jedoch seine Heimat – es geht zunächst zur Bundeswehr, 1968 dann zum Jura-Studium nach Köln. „Da blieb nur noch Zeit, um ein wenig auf Kreisliganiveau zu kicken.“ Der SV Höhe aus der Nähe von Eitorf fragt bei ihm an. Und Zolper sagt zu, an den Wochenenden für den kleinen Verein zu spielen, bei dem auch schon sein Vater gespielt hatte. Sportliche Heimat des SV Höhe – den Ortsnamen gibt es dort nicht – ist der kleine Weiler Altenherfen nebst einer Handvoll Satellitendörfer. „Eine Kapelle, eine Volksschule, eine Dorfkneipe, 50 Häuser, eine Kuhweide“, beschreibt Zolper liebevoll seine damalige sportliche Heimat. Und weil er am Wochenende ohnehin in der Gegend war, da machten sie ihn nicht nur zum Spieler, sondern gleich auch zum Vorsitzenden. Mit damals 28 Jahren. Von 1978 bis 1992 war er Vorsitzender, heute ist er Ehrenvorsitzender des SV Höhe. Seine erste Station als „Fußball-Funktionär“.
    „Wir haben damals dann sonntags in der Früh die Vorstandssitzungen gemacht und am Nachmittag Fußball gespielt.“ Früh setzte sich Zolper dafür ein, dass aus der „Kuhweide“ (Zolper: „Viel zu klein, und windschief obendrein“) ein Sportplatz wurde. Doch die damalige Bezirksregierung in Köln, für die Bezuschussung zuständig, wollte keine Sportplätze „in der Einöde“ fördern. Das Anliegen des SV Höhe drohte auf den Höhen vom Winde verweht zu werden, bis Egidius Braun auf den Fall aufmerksam wurde. Der damalige Vorsitzende des Fußball-Verbandes Mittelrhein lud Zolper in die Sportschule nach Hennef ein. „Egidius Braun war dafür bekannt, sich für die Belange der kleinen Vereine stark zu machen. Deshalb hatte ich ihm einen Bittbrief geschrieben, und prompt eine Einladung erhalten.“ Zolper stellte Braun und einigen seiner Mitstreiter beim Verband das Anliegen des SV vor. „Ein studierter Rechtsanwalt aus Köln. Der noch aktiv bei einem kleinen Verein in seiner Heimat spielt. Und dort auch noch Vorsitzender ist. Das hat Braun imponiert“, erinnert sich Zolper. „Er hat mich danach noch oft als leuchtendes Beispiel für den Fußball am Mittelrhein genannt. Und er schaffte es, die Blockaden in den Köpfen der Entscheidungsträger zu lösen.“ Höhe bekam einen neuen Sportplatz. Zur Einweihung 1983 kickten ehemalige Schalker Größen gegen eine Rhein-Sieg-Auswahl.

    Zolper arbeitete längst erfolgreich als Bankjurist in Köln, als er Ende der 1980er-Jahre im Kölner Stadtanzeiger eine Stellenausschreibung des Fußball-Verbandes Mittelrhein las. Dort suchte man einen Geschäftsführer. „Meine Frau sagte: Du bringst doch alle Voraussetzungen mit. Also, bewirb dich doch.“ Zolper verfasste eine sehr emotionale Bewerbung, kam von 140 Kandidaten tatsächlich in die engere Auswahl, und traf erneut Egidius Braun – diesmal zu einem sehr persönlichen Vorstellungsgespräch. „Natürlich haben wir damals auch über den SV Höhe gesprochen“, sagt Zolper, der am Ende den Zuschlag erhielt und von Oktober 1990 bis Ende 2010 die Geschicke des Verbands als Geschäftsführer lenkte.

    Erste Kontakte mit dem Behindertenfußball hatte er in dieser Funktion bereits in den 1990er-Jahren. Braun, damals bereits DFB-Präsident, pflegte noch immer einen engen Kontakt zu den Menschen im Fußball-Verband Mittelrhein. „Einmal in der Woche arbeitete er mit seiner Sekretärin Marlies Wirges in den Räumen der Kölner Geschäftsstelle, setzte sich auf einen Kaffee zu mir ins Büro, erzählte vom großen Fußball und fragte nach dem Gelingen an der Fußballbasis.“ Eines Tages kam er mit einem Brief von Willy Breuer ins Büro, der damals im Dienste des Deutschen Behindertensportverbandes die Nationalmannschaft der Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung trainierte. Gemeinsam mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger und deren damaligem Geschäftsführer GoetzEilers organisierte Zolper auf Wunsch von Egidius Braun weitere Unterstützung für die von Breuer betreute Auswahl, zum Beispiel in Form von Trikotsätzen und Equipment. Später kreuzten sich immer wieder die Wege von Zolper und Breuer, der heute die Frauen-Mannschaft des 1. FC Köln trainiert und mit diesen gerade erst in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. „Wir trafen uns zum Beispiel auch im Jahr 2006, als nach dem ‚Sommermärchen‘ in Deutschland auch eine Fußball-Weltmeisterschaft für geistig-beeinträchtigte Fußballer  ausgetragen wurde.“ Derzeit sehen sich die beiden allwöchentlich, da sie Verantwortung für das Gelingen des Fußball-Leistungszentrums für geistig behinderte Menschen in Frechen vor den Toren Kölns übernommen haben.

    Im Jahr 2012, zwei  Jahre nachdem Zolper in Ruhestand gegangen war, meldete sich der Präsident des FVM, Alfred Vianden, per Telefon. „Ist doch viel zu schade, jetzt schon im Ruhestand zu sein – bei den Kontakten“, sagte er mir. Und Vianden bot Zolper eine neue Aufgabe an: Inklusionsbeauftragter im Fußball-Verband Mittelrhein. „Ich habe das dann meiner Frau Doris geschildert.“ Ihre Meinung dazu? „Wenn es um Fußball geht, bist du doch ohnehin von nichts abzuhalten.“ Und so übernahm Zolper die neue Aufgabe, sagte im Herbst 2012 zu. „Unser klares Ziel ist es, Netzwerke zu schaffen, von denen alle Beteiligten profitieren, auf die sie zugreifen können. Langzeitziel ist es, den Zugang behinderter Spielerinnen und Spieler in die Vereine zu Selbstverständlichkeiten werden zu lassen. Wir haben einen Fragebogen entwickelt und diesen allen 950 FVM-Vereinen zugesandt. Die Rücklaufquote war mäßig bis enttäuschend. Aber immerhin teilten 20 Vereine ihren Bezug zum Behindertenfußball mit. Heute umfasst das Netzwerk bereits knapp 100 Kommunikationsdaten aller Art. Die anfängliche Anzahl von 20 Vereinen hat sich fast verdoppelt. Ich habe Verständnis für die vielen kleinen Dorfvereine, die sagen, wir können uns aufgrund unserer Größe, unserer Infrastruktur und unserer personellen Ressourcen nicht dem Behindertenfußball widmen. Wir haben schon Schwierigkeiten genug, den Spielbetrieb mit einer Seniorenmannschaft und/oder zwei Jugendmannschaften aufrecht zu erhalten. Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl der Vereine mit Behindertenfußball-Angeboten  deutlich gestiegen ist. Wir sind auf einem guten Weg. Aber, und das sage ich wie alle anderen Kollegen auch: Es ist noch sehr viel zu tun.“ Packen wir es an…


Service für Handicap-Fußballer und Vereine

  • Vereinsmeldebogen

    Vereinsmeldebogen

    Sommerzeit ist Meldezeit: Aktuell sind die Fußballvereine in Deutschland wieder aufgefordert, die Meldungen für ihre Mannschaften für die Saison 2018/2019 vorzunehmen und dabei auch die Daten ihrer Teams und Funktionäre im DFBnet-Vereinsmeldebogen zu aktualisieren. Nutzen Sie diese Zeit und tragen auch Sie Ihr Vereinsangebot für Fußballerinnen und Fußballer mit Handicap ein. 

    Das vielfältige Vereinsengagement für Akteure mit Behinderung sammelt der DFB über eine Datenbank. Über den DFBnet-Vereinsmeldebogen können alle Fußballklubs angeben, ob und in welchen Bereichen Angebote für Fußballer mit Handicap existieren und diese zusätzlich über ein Freitextfeld beschreiben.

    Folgende neun Facetten/Attribute des Handicap-Fußballs können im Meldebogen hinterlegt werden: Blindenfußball, Amputiertenfußball, Sitzfußball, CP-Fußball, Gehörlosenfußball, Rollstuhlfußball, Fußball für Menschen mit geistiger Behinderung (GB-Fußball), Werkstattfußball sowie integrative Spielformen.

    So können Sie Ihr Angebot im Handicap-Fußball eintragen

    Der Weg zur Eintragung des Angebotes im Handicap-Fußball im DFBnet-Vereinsmeldebogen ist ganz einfach: Nach dem Klick auf den Button „Vereinsadressen“ erscheint in der Kopfnavigation der Reiter „Handicap-Fußball“. Dort können neben der Abbildung des jeweiligen Handicap-Teams auch eigene Ansprechpartner mit den jeweiligen Kontaktdaten hinterlegt werden. Sollten keine zusätzliche Personen eingetragen sein, werden automatisch die offizielle Vereinsadresse und der Standard-Ansprechpartner des Vereins ausgegeben. Das Angebot im Handicap-Fußball kann ganzjährig eingetragen und gepflegt werden.

    Vernetzung der Mannschaften über Handicap-Börse

    Die Daten werden unmittelbar in die bestehende Handicap-Börse in der Rubrik Handicap-Fußball auf dfb.de übertragen und sind dann unter www.handicapteams.dfb.de einsehbar.

    Über die Handicap-Börse können so fußballbegeisterte Spielerinnen und Spieler mit Behinderungen den passenden Fußballverein in ihrer Umgebung finden. Zudem haben die Klubs die Möglichkeit, über die Abbildung ihres Handicap-Teams für ihre Mannschaft zu werben oder andere Mannschaften zu kontaktieren, um sie beispielsweise zu Turnieren oder Freundschaftsspielen einzuladen.

    Die Präsentation aller Teams über eine Deutschlandkarte demonstriert, dass Inklusion in den Fußballvereinen seit vielen Jahren umfangreich und aktiv gelebt wird.

    Vielfältiges Engagement für Menschen mit Behinderung

    Für die Teilhabe von Menschen mit Handicap am organisierten Fußballsport setzt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) über seine Sepp-Herberger-Stiftung ein. Im Rahmen der Inklusionsinitiative wirken Beauftragte für Fragen des Behindertenfußballs in allen 21 DFB-Landesverbänden. Die Inklusionsbeauftragten sind Ansprechpartner für behinderte Menschen, beraten Fußballvereine und unterstützen inklusive Projekte vor Ort.

    Weitere Informationen

    Einen Wegweiser zur Eintragung des Handicap-Angebotes im DFBnet-Vereinsmeldebogen finden Sie hier: www.sepp-herberger.de/wp-content/uploads/2014/06/Handicap-Fußball-Wegweiser-1.pdf

    Weitere Informationen rund um das Thema Behindertenfußball bietet der DFB unter www.fussballfreunde.de

    Text: Nico Kempf

  • FVM-Vereine mit Handicap-Fußballaktivitäten

    FVM-Vereine mit Handicap-Fußballaktivitäten

    Hier finden Sie eine Übersicht über FVM-Vereine mit Handicap-Aktivitäten.

    Mehr über die Aktivitäten der FVM-Vereine lesen Sie in der Rubrik " Best Practice".

  • Qualifizierungsoffensive

    Qualifizierungsoffensive

    Der DFB und die Sepp-Herberger-Stiftung (SHS) haben zusammen mit der Unterstützung namhafter Experten Trainingseinheiten für den Handicap-Fußball mit 19 vollständigen Trainingsstunden konzipiert. Themen: „inklusive Spielformen“, „Fußball für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung“, „Werkstattfußball“ und „Fußball für Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen“. Die Steuerungsgruppe unter Leitung von DFB-Teamleiter Wolfgang Möbius und Nico Kempf von der SHS wird weitere Trainingseinheiten entwickeln. „Seit Beginn der Inklusionsinitiative 2012 wurden viele neue Trainings- und Spielangebote für Menschen mit Behinderung geschaffen. Zudem gibt es seit 2015 auf www.dfb.de eine Informations- und Vernetzungsplattform. Die Erweiterung des Bereichs „Training Online“ um Trainingseinheiten im Handicap-Fußball ist der folgerichtige Schritt, um den Trainern im Handicap-Fußball weitere Handreichungen und Praxistipps an die Hand zu geben“, betont Eugen Gehlenborg, DFB-Vizepräsident und SHS-Vorsitzender. Über einen Filter können die Trainer anhand unterschiedlicher Kriterien (z.B. Technik, Trainingsschwerpunkt, Schwierigkeitsgrad) die passenden Spiel- und Übungsformen für ihr Team finden.

    Trainingseinheiten finden Sie hier.
    Weitere Infos hier.


Termine 2019

19.02. GKS-Inklusion konkret: 10 Jahre UN-BRK in Deutschland in Frechen-Buschbell

26.02. LV-Inklusionsbeauftragte (West) mit WDFV und BRSNW in Kamen-Kaiserau

13.-15.03. DFB-LV-Inklusionsbeauftragte, Jahrestagung in Leipzig

06.04. FVM-Liga inklusiv, Ü 17, bei BSG Aachen

27.04. FVM-Liga inklusiv, Ü 17, bei SpVg Wahn-Grengel

11.05. FVM-Liga inklusiv, U 17 und Ü 17, bei Tabalingo

11.05. Blindenfußball-Bundesliga, 1. Spieltag in Stolberg

25.05. LVR „Tag der Begegnung“, Rheinpark Köln-Deutz

02.06. FVM-Liga inklusiv, Ü 17, bei VSP Grenzwacht Pannesheide

11.06. Trainings-Camp für Frauen und Mädchen mit kognitiver Beeinträchtigung (Flyer zum Download)

15.06. Fußballaktionstag "Fußball ohne Grenzen" des BRSNW

22.06. FVM-Liga inklusiv, U 17 und Ü 17, bei VfB 08 Aachen

22.-23.06 Sommerturnier vom SC Borussia Köln-Kalk (Einladung zum Download)

24.-27.06. ID-Fußball, Deutsche Meisterschaft der Bundesländer in Saarbrücken

30.06. FußballFreunde-Cup 2019 bei Borussia Mönchengladbach

06.07. FVM-Liga inklusiv, U 17, bei ASV Sankt Augustin

06.07 Inklusives Fußballturnier Fußballfreunde Hohenhonnef im Stadion Bad Honnef

27.08. Inklusives Fußball-Kids-Camp für den Rhein-Erft-Kreis (Flyer zum Download)

31.08. WDFV-Meisterschaften AH, Freizeit und Handicap, Sportschule Duisburg-Wedau

14.09. Inklusionsturnier aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Specialteams der DJK-SSV Ommerborn Sand e.V.

16.-19.09. Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten, Sportschule Duisburg-Wedau

21.10. Arbeitstreffen der Inklusionsbeauftragten WDFV, FLVW, FVN, FVM, BRSNW in Duisburg

22./23.10. Jahrestreffen der DFB-LV-Regionalkoordinatoren/-Inklusionsbeauftragten mit der SHS in der Sportschule Hennef

26.10. Finalturnier 2019 der BRSNW-Regionalligen in der Sportschule Kaiserau

20.11. Jahrestreffen der „FVM-Rheindenker“, Thema Inklusion, Inklusives Begegnungs- und Tagungszentrum Alt St. Ulrich in Frechen-Buschbell

 

 


Höhepunkte im Handicap-Fußball

  • 10 Jahre Special Team

    10 Jahre Special Team

    10 Jahre Special Team

    Im Mai 2009 haben Verantwortliche der DJK Ommerborn-Sand eine Fußballmannschaft für Menschen mit geistiger Behinderung gegründet – als Bestandteil der Fußballabteilung. Letzteres war so gewollt, um die Sportler mit Handicap in den Verein zu integrieren. Nach mehrjähriger Trainingsphase hat sich eine Gruppe von 20 – 25 Spielern/-innen im Alter von 16 – 45 Jahren gebildet. Seit 2011 spielt das Team mit zwei 7er Mannschaften in der BRSNW-Regionalliga. Mitte September feierte man im landschaftlich reizvoll gelegenen Heinz-Klinger-Sportzentrum im Bergisch Gladbacher Ortsteil Sand das kleine Jubiläum mit einem inklusiven Turnier. Der gepflegte Naturrasenplatz, das traumhafte Spätsommerwetter und die aufmerksame Bewirtung boten den Aktiven und ihren Anhängern ein Ambiente zum Wohlfühlen. Das Foto zeigt die Teams des FC Landtag und der United Bergisch Gladbach.

  • 4. GKS-Cup 2019 in Frechen

    4. GKS-Cup 2019 in Frechen

    Mitte September fand zum vierten Mal der Gold-Kraemer-Stiftungs-Cup für Förderschulmannschaften auf dem Kunstrasenplatz des Kurt-Bornhoff-Sportpark in Frechen statt. Das Team des Fußball-Leistungszentrums (FLZ) der Stiftung sorgte mit gewohnter Sorgfalt für eine umfassende Organisation und einen reibungslosen Ablauf. Es war gelungen, sechs Schulteams an den Start zu bringen, einschließlich eines großen Anhangs von Mitschülern sowie Lehrern, Eltern und Betreuern. Gut 400 Aktive und Fans bevölkerten die idyllisch am Waldrand gelegene Anlage. Sie waren mit insgesamt sechs großen Bussen von ihren Schulen zur Sportanlage angereist: die Paul-Kraemer-Schule aus Frechen-Habbelrath, die Friedrich-Fröbel-Schule aus Bergisch Gladbach, die Maria-Montessori-Schule aus Brühl, die Vorgebirgsschule aus Alfter, die Schule zum Römerturm aus Bergheim und aus Leichlingen die Martin-Buber-Schule. Die Schulteams lieferten sich spannende, stets faire Spiele. Der häufige Torjubel schallte über die gesamte Anlage sowie das benachbarte Schwimmbad und spiegelte die Begeisterung wieder.

    Großer Förderer dieses Turniers war erneut die Kreissparkasse Köln, namentlich deren „gute Seele“ Andreas Hans. Die Busse, zahlreiche kleine Pavillons und Schirme, Event-Shirts für alle Aktiven sowie einen schmackhaften Mittagsimbiss stiftete die Kreissparkasse.

    Die sportlichen Leiter des FLZ und Hauptorganisatoren des GKS-Cups, Malte Strahlendorf, Willi Breuer und Nico Reese, nahmen diese Lebensfreude aller Akteure dankbar auf. „Man schnippt nicht mal eben mit den Fingern, um ein solches Turnier auf die Beine zu stellen“ so das Trainerteam. Hierzu gehören akribische Vorbereitungen und ein spezialisiertes Helfer-Team, rekrutiert aus den engagierten Fußballern des FLZ. Der KSK-Regionaldirektor Mark Steffen Bonte und der Vorstandsbeauftragte der Stiftung Michael Goldbach überreichten bei der Siegerehrung an alle aktiven Teilnehmer Plaketten, Urkunden und den „Hennes“, das Maskottchen des FC, und freuten sich über das enorm positive Echo. Der fünfte GKS-Cup wird mit Sicherheit folgen. Um der Chronistenpflicht zu folgen: Sieger wurde das Team der Schule zum Römerturm.

     

  • Inklusives Fußball-Kids-Camp

    Inklusives Fußball-Kids-Camp

    Der TuS Blau-Weiß Königsdorf war zum Ferienende Gastgeber des inklusiven Fußball-Camps für Kids von 9 – 16 Jahren. Die Vereinsvertreter sowie die Organisatoren der Gold-Kraemer-Stiftung – allen voran die Sportlehrer Malte Strahlendorf und Willi Breuer – begrüßten über 60 Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicaps auf der gepflegten Kunstrasenanlage. Aufgrund der hohen Temperaturen wurden die zahlreichen Fußballstationen – Dribbelparcours, Passpassagen, Balljonglieren, Torschuss etc. – von häufigen Trinkpausen unterbrochen. Es gab ein ausgedehntes Mittagessen, den Besuch des FC-Maskottchens und ein T-Shirt der FC-Stiftung. Der GKS Fachgeschäftsführer Dr. Volker Anneken zur Zielsetzung: „Wir wollen Impulsgeber dafür sein, dass die Teilhabe am Sport für Menschen mit Beeinträchtigungen von Sportverbänden und Vereinen vermehrt ermöglicht wird.“ Malte Strahlendorf: „Wir erleben wieder einmal, dass der Fußball verbindet, ob groß, ob klein, ob mit oder ohne Handicap, ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Jeder findet schnell Anschluss und hat Spaß.“ Der Vorsitzende des Fußballkreises Rhein-Erft, Heinz Feind, unterhielt sich am Spielfeldrand angeregt mit dem FVM-Koordinator für Inklusion, Hans Willy Zolper, und stellte fest: „Wir wollen die Inklusion im Fußball zur Selbstverständlichkeit werden lassen. Die Vereine im Kreis Rhein-Erft mögen dieses Camp als nachahmenswertes Beispiel aufnehmen, um den Handicap-Fußball zum festen Bestandteil der Sportangebote zu machen.“

    (gks-Presse/hwz)

     

  • FVM-Liga inklusiv: Vereint in einer Leidenschaft

    FVM-Liga inklusiv: Vereint in einer Leidenschaft

    Hinter Jakob Wegener und seinen Mitstreitern liegt eine Premiere, die zweifellos Lust auf mehr macht. Zum ersten Mal initiierte der FVM in der Saison 2018/19 eine inklusive Liga. Also Meisterschaftsrunden für Mannschaften, deren Spieler mit und ohne Handicap durch das Leben gehen, die aber allesamt eine Leidenschaft eint: die Liebe zum Passen, Dribbeln, Flanken, Schießen – kurz, zum Fußball. „Diese Begeisterung steht über allem“, sagt Wegener, der die Saison als Staffelleiter begleitete.

    Das Feld der Mannschaften teilte sich dabei in eine Konkurrenz für Teams mit unter 17-jährigen und eine für Formationen mit älteren Akteuren. Weil es bereits vor der Premieren-Spielzeit in loser Folge Treffen und Spiele von Inklusionsmannschaften gegeben hatte, behielt man die Turnierform bei. „Abgesehen von der Winterpause haben sich alle Mannschaften der Staffel etwa einmal im Monat bei wechselnden Gastgebern getroffen“, erläutert Wegener. Gespielt wurde auf Kleinspielfeldern im Modus Sieben-gegen-Sieben. Da jedes Team es bei jedem Turnier mit allen übrigen Vereinen aufnehmen musste, gab es immer wieder neue Chancen, Erfolgserlebnisse zu feiern. Die Resultate aller Spiele fanden schließlich Eingang in ein Gesamtklassement.

    Im Frühsommer standen damit die ersten Meister fest: Der SC Brück setzte sich im Feld der elf Ü17-Mannschaften durch, den Titel in der mit sechs Teams besetzten U17-Konkurrenz sicherte sich Tabalingo I. Letzterem Verein kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Stolberger, die integrative und inklusive Angebote in Kultur und Sport auf die Beine stellen, schickten in beiden Meisterschaftsrunden jeweils drei Teams ins Rennen. „Die Verantwortlichen von Tabalingo haben einiges vorangebracht und sich dafür eingesetzt, den Begegnungen der Inklusionsteams einen strukturierten Charakter zu verschaffen“, sagt Wegener.

    Dabei sieht der 23-jährige Lehramtsstudent für Sonderpädagogik, Sport und Mathe das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. „Der Spielbetrieb mit inklusiven Mannschaften verspricht großes Potenzial“, so Wegener, der vor einigen Jahren als FSJler beim FVM tätig war. Insgesamt seien rund 200 Spieler in der Premierensaison dabei gewesen. Doch vieles deute auf Wachstum hin. „Die Liga wurde super angenommen und wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten“, sagt er. Aus den fünf U17- und sieben Ü17-Turnieren könnten künftig mehr werden und auch die Anzahl teilnehmender Mannschaften werde wohl wachsen.

    „Das Interesse ist groß“, sagt auch FVM-Jugendbildungsreferent Oliver Zeppenfeld. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass die Inklusionsteams keine Sonderbehandlung wollten, sondern eine Liga und damit einen Wettbewerb, der dem gewohnten Regelspielbetrieb sehr nahekomme. (Text: Wolfram Kämpf)

    Hintergrund:

    • Die FVM-Liga inklusiv umfasst eine Meisterschaftsrunde für U17- und eine für Ü17-Teams.
    • Die Mannschaften werden von FVM-angehörigen Vereinen gemeldet.
    • Treffen: ca. einmal im Monat zum Turnier bei wechselnden Gastgebern  
    • Modus: Jeder-gegen-Jeden auf Kleinspielfeldern
    • Alle Partien werden von lizensierten Schiedsrichtern begleitet
    • Resultate werden im DFBnet hinterlegt.
    • Teamstärke: In der Regel in 7er-Mannschaften. Reichen Feldgröße und Spieleranzahl nicht aus, können alternative Regelungen festgelegt werden.
    • Die Resultate der Turniere gehen in ein Gesamtklassement ein, das den Meister ergibt.
    • Bei allen Partien müssen mind. drei Spieler mit Förderbedarf pro Team zeitgleich auf dem Platz stehen.
    • Förderbedarf liegt vor, wenn ein Spieler einen Behindertenausweis besitzt, integrativ/inklusiv beschult wird, eine Förderschule besucht, als geförderte Person in einer Behindertenwerkstatt arbeitet oder über eine Pflegestufe verfügt.

    Interesse? Ansprechpartner ist Jakob Wegener (jakob.wegener@fvm.de)
    Am 21. August, 18.30 Uhr, findet zudem in den Abel-Bauten am Rhein-Energie-Stadion die Staffeltagung für die kommende Saison statt.

  • Trainingseinheit auf Krücken bei der U11 des Bonner SC

    Trainingseinheit auf Krücken bei der U11 des Bonner SC

    Eine Trainingseinheit der besonderen Art fand am 24. Juni bei der U11 des Bonner SC statt.  „Wir haben uns entschlossen, die Jungs in der Kabine zu überraschen und sie dann unvorbereitet in ein Training mit Christian Heintz zu schicken“, zeigte sich Stefan Niedecken, Vorstand für Kommunikation und soziale Projekte beim BSC, voller Vorfreude auf das Training. Auch wenn so mancher nicht mit dem Amputierten-Fußballer Heintz gerechnet hat, erste Berührungsängste waren schnell verflogen. Dann überwog wie immer der sportliche Ehrgeiz und die Neugier, mal etwas Neues auszutesten. Der Amputierten-Fußball eignet sich genau dafür sehr gut.

    Auch die Trainingsaktion in Bonn war interaktiv und animierte zum Mitmachen: „Mal kickten die Jungs mit, mal ohne Krücken und konnten so die Herausforderung unserer Sportart nachfühlen“. Dieses Mal hatte Heintz sogar mehr als nur die Krücken im Gepäck. Eine Speedschuss-Anlage maß die Schussgeschwindigkeit der Jungkicker und ließ dabei die Fußballherzen höher schlagen. Die Aktion insgesamt stieß auf große Resonanz, sogar im Bonner Express war Ampu-Kicker Heintz das Thema auf der Titelseite.

    Noch wichtiger ist allerdings, dass auch bei dieser Veranstaltung für den Amputierten-Fußball geworben, Netzwerke erschlossen und viele neue Menschen erreicht werden konnten. Mit tollen Eindrücken, wertvollen Kontakten und vielen freudigen Gesichtern in Erinnerung trat Heintz die Rückkehr in die Metropolregion an. Dort erwartet ihn vom 17. bis 21. Juli das EAFF-Junior Camp, das weltweit größte Amputierten-Fußballcamp für Jugendspieler.

    Hintergrund

    Anpfiff ins Leben und die Aktion Mensch Stiftung treiben mit dem bundesweit einzigartigen Modellprojekt „Amputierten-Fußball im Verein – Mittendrin statt nur am Rand“ die Entwicklung des deutschen Amputierten-Fußballs voran. Vorrangige Ziele sind die Inklusion der amputierten Fußballer in den Trainingsbetrieb ihrer Heimatvereine und die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Sportart.

    Darüber hinaus will Anpfiff ins Leben bei der Gründung mehrerer deutscher Amputierten-Fußball-Clubs helfen und einen eigenen Ligabetrieb etablieren. Mit der Vortragsreihe „Verstehen durch Erleben“ wird Projektleiter Christian Heintz in Schulen, Universitäten und Fußballvereinen das Thema Amputierten-Fußball der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

    Auch die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFB-Landesverbände unterstützen gemeinsam mit Anpfiff ins Leben die Entwicklung des Amputierten-Fußballs. Im Rahmen der Inklusionsinitiative der Sepp-Herberger-Stiftung ist es das Ziel, die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf diese faszinierende Fußballfacette zu lenken und gleichzeitig die Basis des deutschen Amputierten-Fußballs zu stärken.

    Text: Martin Dudenhöffer, Anpfiff ins Leben

    Fotos: rheinzoom.photos

  • Tandem-Ausbildung in Hennef: Gemeinsam auf dem Platz Verantwortung übernehmen

    Tandem-Ausbildung in Hennef: Gemeinsam auf dem Platz Verantwortung übernehmen

    Als der Ball endlich rollt, sind alle gleich. Es wird nicht mehr differenziert. Es wird nicht mehr unterschieden zwischen Mädchen und Jungs, zwischen behinderten und nicht-behinderten Fußballerinnen und Fußballern. Stattdessen wird gepasst, gedribbelt, geschossen. Vor allem aber wird gelacht. In der vergangenen Woche haben die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFL Stiftung in der Sportschule in Hennef eine von der Scort Foundation ausgerichtete einwöchige Tandem-Ausbildung unterstützt. Das Qualifizierungsangebot verfolgt das Ziel, Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Behinderung gemeinsam so auszubilden, dass sie im Handicap-Fußball als Trainer Verantwortung übernehmen können. An dem Lehrgang nahmen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Profiklubs und Amateurvereinen teil.

    Die Woche in Hennef war für alle zukünftigen Fußballtrainer ereignis- und lehrreich. In zahlreichen Theorie- und Praxiseinheiten lernten die insgesamt 13 Tandems die Grundlagen für die gemeinsame Planung und Gestaltung von Übungseinheiten im Handicap-Fußball kennen. Gemeinsam wurden sie so behutsam an die Verantwortung als Trainer herangeführt.

    Förderung nach individuellen Fähigkeiten

    „Die Arbeit in Kleingruppen, die direkte Anwendung des Gelernten und die Förderung nach individuellen Fähigkeiten standen in dieser Woche im Mittelpunkt der Ausbildung“, sagt Nico Kempf, Projektleiter bei der DFB-Stiftung Sepp Herberger. „Die Teilnehmer ohne Beeinträchtigung haben zudem an spezifischen Workshops teilgenommen. Darin haben die Instruktoren über verschiedene Behinderungsformen aufgeklärt und Tipps zum Umgang mit beeinträchtigten Spielerinnen und Spielern gegeben.“ Am Ende der Woche haben dann alle Teilnehmer ein Ausbildungszertifikat bekommen.

    „Wir wollen gemeinsam mit der Sepp-Herberger-Stiftung flächendeckende Qualifizierungsangebote im Handicap-Fußball entwickeln“, betont Wolfgang Möbius, DFB-Teamleiter Trainer-Aus-, Fort- und Weiterbildung Landesverbände. „Dazu wollen wir den vielen ehrenamtlichen Übungsleitern im Handicap-Fußball wichtige Hilfestellungen an die Hand geben. Die Tandem-Ausbildung der Scort Foundation gibt auch beeinträchtigten Menschen die Möglichkeit, behutsam an die Aufgaben eines Fußballtrainers herangeführt zu werden. Dieses besondere Qualifizierungsangebot möchten wir auch zukünftig weiterverfolgen“, hebt Möbius hervor. „Inklusion ist vielseitig. In der Bundesliga und 2. Bundesliga findet sie nicht nur auf den Rängen der Fußballstadien statt, wo Zuschauer mit und ohne Behinderung Seite an Seite ihr Team unterstützen. Menschen mit Behinderung spielen auch selbst begeistert und begeisternd Fußball. Und einige bilden sich zum Trainer oder qualifizierten Helfer weiter. Hierbei werden sie von der DFL Stiftung unterstützt, die die Tandem Ausbildung fördert“, sagt Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der DFL Stiftung.

    Die Gemeinschaft steht im Vordergrund

    Eines der Tandems bilden Dennis Kirchdörfer (22) und Andre Wesselmann (28), der eine geistige Beeinträchtigung hat. Kirchdörfer betreut die Inklusionsmannschaft der SpVg Wahn-Grengel im Fußball-Verband Mittelrhein (FVM). Wesselmann ist Spieler des Teams, soll aber nun verstärkt im Trainerstab mitarbeiten. „Andre unterstützt mich schon jetzt in vielen Punkten“, sagt Kirchdörfer. „Aber ich würde ihn gerne noch stärker einbinden. Ich bin absolut davon überzeugt, dass er das kann und dass ihm das in seiner persönlichen Entwicklung hilft.“

    An diesem Mittwoch, an dem noch der Nebel über dem Kunstrasenplatz hängt, organisieren Kirchdörfer und Wesselmann gemeinsam Trainingseinheiten für die Inklusionsmannschaft des ASV Sankt Augustin und von TABALiNGO Integrativ aus Aachen, die eigens für den Tandem-Lehrgang angereist sind. Torschusstraining steht auf dem Programm. Kirchdörfer und Wesselmann haben kleine und große Tore aufgestellt, viele farbige Hütchen ausgelegt. Ihre Trainingsgruppe ist bunt gemischt. Viele Teilnehmer haben eine Beeinträchtigung. „Auf dem Fußballplatz spielt das keine Rolle mehr“, betont Kirchdörfer. „In Inklusionsmannschaften gibt es keine Grenzen. Da kicken kleinwüchsige Menschen zusammen mit geistig Beeinträchtigten und Jugendlichen, die im Rollstuhl sitzen. Natürlich wollen sie gemeinsam auch erfolgreich sein. Aber viel wichtiger ist hier der Spaß am Fußball, die Gemeinschaft und die Möglichkeit, die eigenen Stärken einzubringen“, so Kirchdörfer weiter.

    In ihrem Heimatverein im Kölner Süden haben Kirchdörfer und Wesselmann im vergangenen Sommer die Inklusionsmannschaft ins Leben gerufen. Das Team wächst und wächst. An den ersten Turnieren hat der Klub bereits teilgenommen und diese teilweise sogar gewonnen. „Die Jungs feiern dann, als hätten sie die Champions League gewonnen“, lacht Kirchdörfer.

    Verein als zweite Familie

    Andre Wesselmann trägt an diesem Tag stolz das gelbe Langarmtrikot der SpVg Wahn-Grengel. Er liebt den Fußball und ist begeistert, dass er zukünftig stärker in die Trainerarbeit seiner Mannschaft eingebunden werden soll: „Für mich ist der Verein wie eine zweite Familie. Wir haben einen super Zusammenhalt. Seitdem ich Teil dieses Teams bin, ist mein Freundeskreis extrem gewachsen. Wir unternehmen über den Fußball hinaus sehr viel gemeinsam.“

    Und wie erleben sie die Tandem-Ausbildung? „Es bringt uns extrem viel“, erläutert Kirchdörfer. „Wir haben viele neue Inhalte gelernt, die wir in jedem Fall direkt in unseren Trainingseinheiten anwenden werden. Außerdem haben wir viele Kontakte knüpfen können.“ Viel mehr Zeit haben die beiden nicht. Sie müssen schließlich eine Trainingseinheit leiten. Und am Nachmittag steht der gemeinsame Besuch des DFB-Pokalfinals der Frauen in Köln auf dem Programm.

     

    Fotos: Carsten Kobow/Sepp-Herberger-Stiftung

  • FC Schalke 04 überrascht beim Auftakt der Blindenfußball-Bundesliga

    FC Schalke 04 überrascht beim Auftakt der Blindenfußball-Bundesliga

    Die erfolgreiche Geschichte der Blindenfußball-Bundesliga setzt sich fort. In Stolberg bei Aachen fiel heute der Startschuss für die zwölfte Saison der europaweit einzigartigen Spielserie für blinde und sehbehinderte Fußballerinnen und Fußballer. Der FC Schalke 04 sorgte für die Überraschung des Spieltages und besiegte den aktuellen Deutschen Meister aus Stuttgart in einer packenden Partie mit 2:0. Rund 1.500 Zuschauer verfolgten bei teilweisem Dauerregen auf dem Kaiserplatz die spannenden Auftaktpartien. Erster Tabellenführer sind die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg aus Hessen.

    Das erste Spiel des Tages bestritt das Team von Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli. Die „Kiezkicker", amtierender Vizemeister, gewannen am Ende in einer tempo- und chancenreichen Partie mit 2:0. Matchwinner auf Seiten der Hanseaten war Paul Ruge, der sich zweifach in die Torschützenliste eintragen konnte. „Der BVB hat uns das Leben heute sehr schwer gemacht“, sagte St. Paulis Trainer Wolf Schmidt nach der Partie. „Insgesamt hatten wir aber die deutlich besseren Chancen und somit haben wir auch verdient gewonnen“, so Schmidt weiter. Im zweiten Punktspiel setzte sich der FC Schalke 04 mit 2:0 gegen den MTV Stuttgart durch und verpasste dem amtierenden Meister aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt einen ersten Dämpfer im Titelrennen. Beide Mannschaften boten den Zuschauern von Beginn an rassige und intensive Zweikämpfe. Mit zunehmender Spieldauer agierten beide Teams zielstrebiger, die jeweiligen Torhüter Tim van Aken (MTV Stuttgart) und Daniel Soldanski (FC Schalke 04) vereitelten mehrere Torchancen glänzend. In der Schlussphase war das Spiel an Dramatik und Spannung nicht zu überbieten. Die Schwaben trafen je einmal Pfosten und Latte und vergaben durch Kapitän Mulgheta Russom sogar einen Sechsmeter. Die „Königsblauen“ zeigten sich dagegen effektiv. Ali Cavdar traf wenige Minuten vor dem Ende zum Führungstreffer und quasi mit dem Schlusspfiff hämmerte der deutsche Nationalspieler Hasan Koparan einen Sechsmeter in den rechten oberen Torwinkel. „Ich bin überglücklich, dass wir mit einem Sieg in die Saison gestartet sind. Wir haben mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung überzeugt und hatten am Ende auch das notwendige Glück auf unserer Seite“, resümierte Koparan.

    „Großen Respekt vor den Leistungen der Sportlerinnen und Sportler“

    Am Nachmittag sorgte das Einlagespiel mit den früheren Alemannia-Spielern Kai Michalke und Stephan Straub gegen die Blindenfußball-Nationalmannschaft für staunende Gesichter auf den Rängen. Die „erfahrenen“ Blindenfußballer ließen dabei den sehenden Ex-Profis keine Chance. Ein ums andere Mal wirbelte das Team von Blindenfußball-Nationaltrainer Peter Gößmann die defensive Grundordnung des Gegners durcheinander. Die klare Überlegenheit musste auch Michalke anerkennen: „Ich habe großen Respekt vor den Leistungen der Sportlerinnen und Sportler. Ihre Fertigkeiten im Dribbling oder im zielgenauen Passspiel sind herausragend. Und das alles blind“, meinte der 17-malige U21-Nationalspieler beeindruckt.

    Im letzten Spiel des Tages gewannen die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg gegen die neuformierte Spielgemeinschaft des FC Viktoria Berlin und des PSV Köln mit 5:0. Die Offensivspieler Taime Kuttig (drei Tore) und Alican Pektas (zwei Tore) erzielten dabei alle Treffer für die Hessen.

    Mit Fußball in die Mitte der Gesellschaft

    Dass der Rasselball in Deutschland rollt, liegt vor allem an der DFB-Stiftung Sepp Herberger, die gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV)  seit dem Jahr 2008 den Spielbetrieb organisiert.

    Die weiteren Meisterschaftsspieltage finden am 22./23. Juni 2019 in Marburg, am 20./21. Juli 2019 in Dortmund sowie am 10./11. August 2019 in Stuttgart statt. Das Finale steigt dann am 31. August in Form eines Stadt-Spieltages auf dem Tbilisser Platz in Saarbrücken. „Mit dem Auftakt-Spieltag und dem Finale suchen wir bewusst die breite Öffentlichkeit“, unterstreicht Stiftungsgeschäftsführer Tobias Wrzesinski. „Wir wollen den Sport zu den Menschen bringen und auf und neben dem Spielfeld für den Inklusionsgedanken werben.“ Der Auftakt in eine erfolgreiche Saison ist gemacht. Die heutigen Ergebnisse versprechen Spannung bis zum letzten Spieltag. Dann steht fest, wer sich in diesem Jahr die begehrte DFB-Meisterplakette sichert.

    Ergebnisse

    Borussia Dortmund – FC St. Pauli   0:2

    FC Schalke 04 – MTV Stuttgart   2:0

    Sportfreunde BG Blista Marburg – SG FC Viktoria Berlin/PSV Köln    5:0

    Tabelle

    Platzierung / Verein / Spiele / Differenz / Punkte

    1.  SF BG Blista Marburg -  1 -  5:0 - 3

    2. FC St. Pauli - 1 - 2:0 - 3

        FC Schalke 04 - 1 - 2:0 - 3

    4. MTV Stuttgart - 1 - 0:2 - 0

        Borussia Dortmund - 1 - 0:2 - 0

    6. SG FC Viktoria Berlin/PSV Köln - 1 - 0:5 - 0

     

    Alle Spiele werden auch live übertragen und können über www.blindenfussball.de verfolgt werden.

     

    Fotos: Carsten Kobow/Sepp-Herberger-Stiftung

  • Prominente Gäste bei der "FVM-Liga inklusiv"

    Prominente Gäste bei der "FVM-Liga inklusiv"

    Ende Oktober fand der zweite Spieltag der Ü17-Staffel der FVM-Liga inklusiv auf der Sportanlage des SV Menden/Sieg statt. Staffelleiter Jakob Wegener und Verbandsjugendobmann Rudi Rheinstädtler begrüßen den DFB- und SHS-Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge, FVM-Präsident Alfred Vianden, Vizeweltmeister Wolfgang Weber, den Co-Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung Nico Kempf, den FVM-Inklusionsbeauftragten Hans Willy Zolper sowie ein DFB-TV-Team. Der federführende Verbandsjugendausschuss hat zwar für die Premieren-Spielzeit 18/19 die Losung ausgegeben, die Liga noch nicht zu sehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen, da sie sich erst stabilisieren soll, aber über die Anerkennung der "ersten Schritte" von prominenter Seite war man schon stolz und dankbar.

    Der DFB-Schatzmeister sprach bei der Siegerehrung die Anfänge der FVM-Überlegungen zu einer solchen Liga im Mai 2014 an. Auf Initiative von Klaus und Ursula Espeter (Tabalingo e.V.) traf sich eine Expertengruppe mit dem damaligen FVM-Vizepräsident Stephan Osnabrügge in Stolberg und debattierte über die Gründung einer Liga mit zwei Altersstufen (U17 und Ü17). Die Überlegungen mündeten in einer Kanzlei-Klausur in Bonn und dem Entwurf von Rahmenbedingungen für eine solche Liga. Osnabrügge sprach daher zu Recht von "seinem Baby", dessen Entwicklung er gespannt verfolgt. Nun, es dauerte drei Jahre, bis der Verein Tabalingo genügend Vereine zum Mitmachen rekrutiert hatte und einen Liga-Versuch mit fünf Turnieren startete. Es dauerte ein weiteres Jahr, bis der Verband die Federführung übernahm und im Frühjahr 2018 mehrere "Probeturniere" durchführte.

    Diese Vorarbeit war sehr nützlich, führt sie doch letztlich zu einem stabilen Wettbewerb. Auch Dank der umsichtigen und engagierten Staffelleitung von Jakob Wegener wird den gehandicapten Kindern (U17) und jungen Erwachsenen/Ü17) ein attraktiver Wettbewerb geboten, den sie in dieser Form bisher nicht hatten. Die inklusive Spielidee wird von allen Beteiligten ausdrücklich gewünscht und gelobt. So können auch Trainer und Betreuer sowie nicht gehandicapte Geschwister und Freunde/Freundinnen mitkicken. Alles rund um den Spielbetrieb ist in den Durchführungsbestimmungen geregelt. In der Ü17-Staffel beteiligen sich inzwischen zehn Mannschaften regelmäßig. Punkte und Tore werden addiert, um am Saisonschluss (Mai 2019) einen Meister zu küren. Weitere Mannschaften werden wohl in der nächsten Spielzeit hinzukommen, so dass möglicherweise eine Teilung der Staffel in West und Ost in Frage kommt, was sich bezüglich der Dauer der An- und Abreise und der Turnierdauer als vorteilhaft erweisen könnte. Aber das alles ist Zukunftsmusik und wird mit den Teilnehmern zur gegebenen Zeit diskutiert und verabredet werden.

    In der U17-Staffel spielen übrigens sechs Mannschaften. Diese haben bereits drei Spieltage absolviert und warten auf weitere interessierte Vereinsteams. Die Staffeln sind übrigens unter fussball.de ins DFB-Netzwerk eingestellt. Dort kann man die Spieltagsbegegnungen samt Ergebnissen und Tabellen  nachlesen.

    Um der Chronistenpflicht zu genügen: Sieger des Spieltages in Menden wurde der SC Brück. Alle beteiligten Mannschaften erhielten aus den Händen der prominenten Gäste neben Bällen auch Erinnerungspräsente. FVM-Präsident Alfred Vianden lobte die jüngste Entscheidung der DFB-Stiftung Sepp Herberger, die Landesverbände weitere drei Jahre mit Finanzmitteln zur Förderung der Inklusionsbemühungen auszustatten. Wolfgang Weber, den Insidern schon lange für sein soziales Engagement bekannt, betonte die integrative, die verbindende Kraft des Fußballs. „Das war in den 60er Jahren so, als ich in einem erfolgreichen Club und in einer erfolgreichen deutschen Nationalmannschaft gespielt habe, das ist heute so und so wird es auch bleiben“.

    (hwz)


  • Tagung der Inklusionsbeauftragten 2018

    Tagung der Inklusionsbeauftragten 2018

    Inklusion: Eine Herzensangelegenheit. Hans Willy Zolper, Inklusionsbeauftragter des FVM, berichtet von der Jahrestagung aller Inklusionsbeauftragten, die viele gute Argumente für die Fortführung der Initiativen hervorbrachte.

    Die Agenda
    In der Sportschule Edenkoben trafen sich im März die Inklusionsbeauftragten (IB) der Fußball-Landesverbände zum jährlichen Gedankenaustausch. Tobias Wrzesinski, Nico Kempf und Norbert Wetzelaer hatten für die gastgebende Sepp-Herberger-Stiftung ein abwechslungsreiches Programm für die Tagung zusammengestellt. Vom Profifußball bis zur ländlichen Kreisliga vermittelten Referenten umfangreiche Einblicke in ihre Tätigkeit für und mit behinderten Menschen. Nach gut fünfjähriger Dauer der DFB/SHS-Inklusionsinitiative wurde bilanziert, kritisch hinterfragt, wurden in Arbeitsgruppen Leitfäden entwickelt, mit großer Aufmerksamkeit die Berichte aus den Landesverbänden mit gelungenen Verbands- und Vereinsprojekten verfolgt, wurde lebhaft über die Zukunft der Inklusionsinitiative debattiert sowie nächste Maßnahmen und Ziele festgelegt.

    Das Ambiente
    Der Wohlfühlfaktor der Sportschule des Südwestdeutschen Fußballverbandes erleichterte das umfangreiche Tagespensum. Seit Anfang der fünfziger Jahre haben viele National- und Auswahlspieler, haben viele Spitzensportler ihren Schliff in Edenkoben erhalten. Aber auch Vereine aus der Pfalz, aus Rhein-Hessen und von der Nahe gastieren hier, ebenso wie viele Wanderfreunde. Ja, die Sportschulen der Fußball-Landesverbände von der Küste bis zu den Alpen sind unverändert attraktiv. Das beginnt mit ihren idyllischen Lagen und endet mit einer perfekten Pflege der Sportstätten und Seminarräume. Unabdingbar ist ein ständiges Investment in die Infrastruktur, d.h. in die Zimmer, in die Restauration, in die Sporthallen, in die Hallenbäder und die Tagungstechnik. Die Landesverbände stemmen diese Last seit Jahrzehnten, sie bedürfen allerdings der Unterstützung des Bundes und der Länder sowie des DFB. Das am Rande, zurück zur Inklusion und zum Handicap-Fußball.

    Qualifizierung
    Noch sind in Sachen Inklusion Einzelveranstaltungen und Einzellösungen der Landesverbände in der Überzahl. Die Zusammenkünfte dienen eher dem Gedankenaustausch und der Netzwerkbildung als einer systematischen Aus- und Fortbildung. Das wird sich – vielleicht schon im Verlaufe dieses Jahres – ändern. Am Vortage der Jahrestagung waren Lehrkräfte und Experten diverser Organisationen nach Edenkoben gebeten worden, um zu einer Bündelung der Lehrinhalte und zur zielgruppenorientierten Ausrichtung beizutragen. Die DFBAbteilung Qualifizierung wird gemeinsam mit der Sepp-Herberger-Stiftung die Materialien sichten, um diese perspektivisch in das kompakte DFB-Schulungssystem zu integrieren. Zukünftig könnten alle Landesverbände auf die Lern-Module zurückgreifen und die Qualität ihrer Lehrveranstaltungen dadurch deutlich steigern. So ist z.B. angedacht, spezielle Trainingsdetails in die Übungsleiterausund -fortbildung zu integrieren, aber auch komplette Trainingsabläufe in einem Kompaktseminar für Vereins-, Werkstatt- und Förderschultrainer anzubieten.

    AG Spielbetrieb
    AG-Leiter Norbert Wetzelaer stellte die Entwicklungen des Spielbetriebs in den Landesverbänden vor. Resultat: sehr erfreulich! Der WDFV verfügt nunmehr in seinen Landesverbänden in NRW über einen flächendeckenden Spielbetrieb in Liga- bzw. Turnierform, nachdem der FVM seit 2018 durch seinen Jugendausschuss die „Liga inklusiv“ – von Tabalingo in 2017 als Pilotprojekt gestartet – übernommen hat. Zudem ist der Spielbetrieb des BRSNW mit über 100 teilnehmenden Mannschaften in den Regionen Westfalen, Ruhrgebiet und Rheinland der umfangreichste in Deutschland. Nicht auszudenken, wie umfangreich der Spielbetrieb in NRW wäre, wenn alle Spielformate gebündelt würden.

    AG Strukturen
    AG-Leiterin Kristina Höhn stellte die Untersuchung der Inklusionsstrukturen in Verbänden, Kreisen und Vereinen vor. Einige Landesverbände verteilen inzwischen die Aufgabenvielfalt auf mehrere Schultern durch Gründung von AGs, Kommissionen etc. Dies scheint der beständigste Weg zu sein, da Personalwechsel in einigen Verbänden für Stillstand und Neubeginn gesorgt haben. Zweckmäßig erscheint die Berufung von Experten anderer Organisationen in ein solches Verbandsgremium (Behindertensportverband, Werkstätten, Lebenshilfe, Caritas, Inklusionsbeauftragte der Kommunen etc.), unter der Federführung eines Vizepräsidenten und IB der Landesverbände.

    AG Öffentlichkeitsarbeit/Innovation
    Für AG-Leiter Sebastian Ratzsch stellte der Autor dieser Zeilen den bereits von beiden verfassten und verschriftlichten „Leitfaden zur Einbindung der Themen Inklusion und Behindertenfußball in die Öffentlichkeitsarbeit der Landesverbände“ vor. Der Leitfaden ist untergliedert in Internet, Kommunikation über soziale Netzwerke, Printmedien, regionale Medien und DFB-Medien. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen zum raschen Auffinden der Veröffentlichungen zum Handicap-Fußball in den Internet-Auftritten, zur Nutzung der sozialen Netzwerke, zur regelmäßigen Berichterstattung in den eigenen Journalen, zum Aufbau von Beziehungen zu Redaktionen sowie zur Aufbereitung von Texten und Bildern für die DFB-Medien. Der Leitfaden wird allen IB mit dem Protokoll zur Verfügung gestellt.

    Umfrage DFB-Stiftung/Handicap-Börse
    Seit zwei Jahren können die Vereine Eintragungen zum Handicap-Fußball im DFBnet-Meldebogen vornehmen. Es kann angegeben werden, welche Trainings- und Spielangebote existieren und wer Ansprechpartner im Verein ist. Die gesammelten Daten werden „live“ in die bestehende Handicap- Börse auf der Homepage des DFB übernommen (www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung/handicap- fussball/start). Die Integration des Handicap- Fußballs in diesen Vereinsmeldebogen bietet eine große Chance für die deutschlandweite Abbildung, Vernetzung und Förderung. Leider nehmen Vereine diese Möglichkeit noch zu wenig wahr. Die Mission wird verstärkt fortgesetzt. Aus dem FVM fehlen zum Beispiel die beachtlichen Angebote von Lindenthal-Hohenlind, Menden, VfB 08 Aachen, Dremmen, Zündorf, Brück, Königsdorf, Wiesdorf, Bergrath – um nur einige zu nennen.

    Zukunft der Inklusionsinitiative
    Die Zwischenbilanz seit dem Start des DFB-Projektes im Herbst 2012 ist überaus erfreulich. In fast allen Landesverbänden ist ein Trainings- und Spielbetrieb durch die Vereine aufgebaut bzw. intensiviert worden. Der Liga-Spielbetrieb findet aus Transport- und Betreuungsgründen fast durchweg in Turnierform statt. Vier bis acht Turniere werden in der Regel pro Jahr ausgetragen. In den Landesverbänden, in denen der Spielbetrieb bereits flächendeckend stattfindet, werden die Rufe nach Auswahlteams lauter. Häufig findet in dieser Hinsicht eine Kooperation mit dem jeweiligen Behindertensportverband statt. Das Modellprojekt der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen mit einem Fußball-Leistungszentrum für ca. 20 junge Fußballtalente mit geistiger Beeinträchtigung wird allgemein gelobt und als besonders nachahmenswert eingestuft, zumal die jungen Spieler umfangreich in Sachen sozialer Kompetenz sowie in Sachen beruflicher Fähigkeiten und Perspektiven geschult werden. Die Qualifizierung von Trainern und Betreuern steckt noch in den Kinderschuhen, sollte aber in den nächsten Jahren einen Aufschwung erfahren. Auch die zum Teil noch vorhandenen Berührungsängste in den Vereinsvorständen sollen durch Sonderschulungen und Vereinsbesuche abgebaut werden. Der Fußballfreunde-Cup soll in den Regionalverbänden, getragen durch die Landesverbände, zur Regel werden, die Anzahl der Inklusionsmannschaften im Regelspielbetrieb gesteigert (im FVM bisher: TuS Königsdorf II, BV Wiesdorf II), die Landesmeisterschaften der Werkstätten und Förderschulen durch die Landesverbände mitgestaltet werden. Die ersten Kurzstrecken sind zurückgelegt, nun folgt die Ausdehnung auf die Mittelstrecke! Es wäre nicht gerade klug, die bisherigen Investitionen in Personen und Strukturen im Sande verrieseln zu lassen. Die Inklusion muss Sache des DFB und seiner Landesverbände bleiben – einschließlich einer finanziellen Förderung, die eher erweitert als eingeschränkt gehört!

    Um das Fortsetzungsersuchen noch einmal zu untermauern:

    •  Die „Mission“ der Inklusionsbeauftragten der Landesverbände sollte zumindest noch ein Jahrzehnt gefördert werden, ehe die Teilhabe behinderter Menschen am Fußballsport und am Vereinsleben selbstverständlich wird.
    • Die Vereinsangebote werden durch aktives Werben der Landesverbände vervielfacht, die Aus- und Fortbildung und die PR-Arbeit durch Einsatz zeitgemäßer Medien intensiviert.
    • Info-Tage im Rhythmus von bis zu zwei Jahren in den Sportschulen bzw. an den Verbandsstandorten mit Finalspieltag der inklusiven Ligen und der Präsentation von Landes- und Bundesauswahlen sollen zu Höhepunkten des inklusiven Sports werden.
    • Der inklusive Ligaspielbetrieb wird stabilisiert und erweitert.
    • Die Themen „Inklusion“ und „Handicap-Fußball“ werden in die Serie der Vereinsdialoge („Der Verband zu Gast bei den Vereinen“) aufgenommen und an runden Tischen vertieft.

    Es gibt noch viel zu tun! Packen wir’s an, wir schaffen das!

    Text: Hans Willy Zolper

  • INAS-Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland goes Schweden

    INAS-Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland goes Schweden

    Verloren und trotzdem viel gewonnen !

    Die Auswahl der Menschen des Deutschen Behindertensportverbandes mit geistiger Behinderung nahm vom 3. bis 19. August an der INAS FID Fußball-Weltmeisterschaft in Karlstadt/Schweden teil.

    Aufgrund der knappen Vorbereitung mit nur zwei Lehrgängen und eines kleinen Kaders von 14 Spielern (drei kurzfristige Absagen) waren die Erwartungen des Trainerteams Breuer/Strahlendorf bei der Verabschiedung am Geißbockheim eher bescheiden. Im Unterschied zu früheren EM- und WM-Teilnahmen wollte man nur nicht Letzter der acht qualifizierten Nationalteams werden. Dies misslang leider. Es setzte deutliche Niederlagen gegen Schweden, Frankreich, Argentinien, Russland und noch einmal Schweden.

    Die Spielstärke dieser Nationen war einfach erheblich höher als die der DBS-Auswahl. Zwar gilt für alle aktiven Teilnehmer ein einheitliches psychologisches Gutachterverfahren, um die Behinderung und deren Grad festzustellen. Aber Zweifel an der Einheitlichkeit sind anzumelden, wenn man die Spieler aus Saudi-Arabien, die zum vierten Mal infolge Weltmeister wurden, spielen gesehen hat. Sie spielen durchweg in den höchsten Spielklassen ihres Landes. Nicht anders verhält es sich mit den Spielern aus Argentinien oder Russland.

    So fällt denn das Résumé des Cheftrainers Willi Breuer auch nicht enttäuscht aus: „Die Jungs haben es super gemacht. Sie sind toll mit den Niederlagen umgegangen und als Team zusammengewachsen. Offensichtlich gibt es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Begutachtung und somit der Einstufung der Spieler. Die deutsche ist streng, die anderer Länder offensichtlich erheblich weniger. Die Jungs haben viel für ihr Leben lernen können.“ In der Tat sind manche zum ersten Mal geflogen, manche mussten sich zum ersten Mal in einem fremden Land verständigen und schließlich mussten die Spieler auch mit dem Leistungsvermögen der „Profis“ aus dem mittleren Osten oder aus Südamerika umgehen. Die gesammelten Erlebnisse auf und neben dem Platz, vor allem die tolle Gastfreundschaft und die überwältigende Natur kann allen Teilnehmern niemand mehr nehmen.

    Text: Hans Willy Zolper
    Foto: Herbert Bucco

  • FußballFreunde-Cup West 2018: Überall nur Sieger

    FußballFreunde-Cup West 2018: Überall nur Sieger

    Die inklusive Turnierserie "FußballFreunde-Cup 2018" ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit Handicap das aktive Fußballspielen und macht den Behindertenfußball öffentlich sichtbarer. Fünf Proficlubs sind Gastgeber der diesjährigen Turnierserie, darunter auch der 1. FC Köln, auf dessen Gelände der FußballFreunde-Cup West 2018 ausgetragen wurde.

    Begrüßt wurden die acht teilnehmenden Teams aus den drei West-Verbänden Niederrhein, Westfalen und Mittelrhein von FVM-Geschäftsführer Dirk Brennecke und Nicole Fischer von der Stiftung 1. FC Köln. Fischer gab auch das Motto des Turniertages aus: „Geht einfach auf den Platz und habt Spaß am Spiel“, riet sie den Teams. Um Tore und Punkte kämpften natürlich trotzdem alle Teilnehmer, aber sie blieben durchweg fair. So hatten die fünf Unparteiischen vom Fußball-Leistungszentrum Frechen der Gold-Kraemer-Stiftung mit ihren Leitern Willi Breuer und Malte Strahlendorf bei der Spielleitung keinerlei Probleme.

    Der Einzug ins Endspiel gelang schließlich erneut dem Titelverteidiger aus dem FVM, SC Borussia Köln-Kalk. Doch die Wiederholung des Vorjahreserfolgs blieb aus: Im Finale um die Regionalmeisterschaft siegte die FS Plettenberg am Ende mit 3:1 und konnte die weite Heimreise ins Sauerland gut gelaunt antreten. Bei der Siegerehrung, die Norbert Wetzelaer von der DFB-Stiftung Sepp Herberger gemeinsam mit Nicole Fischer und Nico Kempf vornahm, gab es nur Sieger und keine Verlierer: Jedes Team erhielt einen Pokal, jeder Spieler und jede Spielerin zusätzlich eine Urkunde sowie von der Stiftung 1. FC Köln einen FC-Fan-Schal.

    Die Schlussworte an einem ereignisreichen und durchweg gelungenen Tag hatte Hans Willy Zolper, der FVM-Beauftragte für Inklusion und Behindertenfußball: „Das hat heute richtig Spaß gemacht. Ich denke, das gilt für alle Beteiligten. Heute wurde nicht nur über Inklusion gesprochen, sondern diese auch aktiv gelebt, ohne Wenn und Aber.“ Mit seiner Orga-Crew und großzügiger Unterstützung der FC-Stiftung sorgte Zolper wieder für ein tolles Turnier-Ambiente rund um den Kunstrasenplatz und die FC-Blockhütte mit „Chefin“ Gitta Schiller im RheinEnergie-Sportpark.

    Spezielle Gäste im RheinEnergie-Sportpark des 1. FC Köln waren Prof. Dr. Jürgen Innenmoser, der sich nicht nur während seiner Tätigkeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln im Inklusionsbereich einen Namen gemacht hat, Philipp Wälbers vom Westdeutschen Fußballverband, Axel Müller, der Inklusionsbeauftragte des Fußballverbandes Niederrhein, Frederike Suckert von der Bundesliga- Stiftung und Nico Kempf von der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB aus Hennef.

    Ergebnisse:

    1. FS Plettenberg
    2. SC Borussia Köln-Kalk
    3. Post Siegfried Hamborn
    4. BV Weckhoven
    5. FS Lüdenscheid
    6. SV Oppum
    8. Tabalingo
    9. VfB 08 Aachen

    Text: Werner Jung-Stadié

  • Regionalturnier West 2017

    Regionalturnier West 2017

    Am Ende war es genauso, wie es sein sollte. Alle waren glücklich, alle waren zufrieden, alle waren stolz auf ihre Leistung. Die Sieger genauso wie die Verlierer.
    Dass beim von der Sepp-Herberger-, Allianz- und Bundesliga-Stiftung ins Leben gerufenen 1. Inklusionscup am Kölner Geißbockheim die Mannschaft von Borussia Kalk den Titel holte und sich damit für die Endrunde im Oktober in der Sportschule Grünberg in Hessen qualifizierte, war letztlich nur noch ein Randaspekt. Viel wichtiger war, dass der Fußball mal wieder seine verbindende Wirkung offenbarte: Behinderte und nicht behinderte Fußballer spielten wunderbar zusammen, sie respektierten sich, sie halfen sich gegenseitig – sie feierten gemeinsam ein großes Fest. „Es ist gut, dass wir starke Partner wie die anderen Stiftungen an unserer Seite wissen, um Menschen mit und ohne Behinderung über den Fußball zusammenzuführen und sie in der großen Fußballfamilie zu integrieren“, betonte Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung (SHS).

    Von der Stimmung war auch Wolfgang Weber beeindruckt. Der Vizeweltmeister von 1966 und 53-fache deutsche Nationalspieler war der Einladung gerne gefolgt und übernahm die Siegerehrung. „Es ist wirklich beeindruckend und berührend, wie toll und selbstverständlich hier Jungs und Mädchen, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen kicken“, sagte der 72-Jährige. „In der Mannschaft von Borussia Kalk beispielsweise spielt wie selbstverständlich ein Junge mit Gehhilfe.“ Auch Hans Willy Zolper, Beauftragter für den Behindertenfußball im Fußball-Verband Mittelrhein, fand nur lobende Worte: „Das ist eine ganz tolle Veranstaltung. Man merkt deutlich, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Vor fünf Jahren hatten wir im Verbreitungsgebiet 20 Vereine, die sich mit Behindertenfußball befasst haben, mittlerweile sind es 55 Klubs.“

    „Beim Fußball verschwimmen die Grenzen!“
    Im Mittelpunkt standen natürlich die zehn- bis 15-jährigen Kinder, denen der Spaß deutlich anzusehen war. Jedes Tor wurde lautstark bejubelt, jede gelungene Aktion gefeiert. „Beim Fußball verschwimmen einfach die Grenzen. Deshalb lieben wir diesen Sport doch so“, betonte Wolfgang Weber, der sich seit Jahren stark für integrative Projekte engagiert.

    Das Turnier in Köln konnte in jeder Hinsicht überzeugen – sportlich wie organisatorisch. Sieben Teams waren am Start. Jede Mannschaft durfte sechs Feldspieler und einen Torwart stellen. Zu jeder Zeit mussten mindestens vier Spieler mit Handicap auf dem Platz stehen. Die Art der Behinderung spielte dabei keine Rolle. Fußballerisch konnte besonders das Team von Borussia Kalk überzeugen, das alle Spiele gewann und dabei kein einziges Gegentor kassierte. Auf den weiteren vorderen Plätzen landeten der BV Weckhoven sowie Grün-Weiß Brauweiler. Auch sie qualifizierten sich damit für die Endrunde auf Bundesebene.

    „Fußball ist und bleibt einfach eine verbindende Sache. Das ist aus meiner Sicht in diesem konkreten Fall viel wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage, als eigenes Tor oder ein Gegentreffer“, fasste Weber treffend zusammen.

    Danksagung

    Liebe Fußballfreundinnen und -freunde,
    das erste Regionalturnier West als Qualifikationsturnier für den Inklusionscup 2017 war ein voller Erfolg. Das haben mir vor Ort wie im Nachgang viele Beteiligte bekundet. Ich möchte allen Beteiligten ein herzliches „Danke“ zurufen, zuvorderst der Stiftung des 1.FC Köln, allen voran Nicole Fischer und Simon Stöcker, der Platzmeisterin und Hüttenwirtin Gitta Schiller, Bundestrainer Willi Breuer mit seinen FLZlern als Schiedsrichter und fleißigen Seelen, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Köln Werner Jung-Stadié mit seinen Mitstreitern, seinem Stellvertreter Bernd Hölzemann als Turnierleiter, den FVM-FSJlern Marie Salentin, Robert Uhde und Maximilian Drews, nicht zuletzt auch dem Koordinator der Sepp-Herberger-Stiftung Norbert Wetzelaer für seine tatkräftige Mithilfe vor Ort und – last but not least – unserem Vizeweltmeister Wolfgang Weber. Mein Dank gilt allen Spielerinnen und Spielern nebst ihren Trainern und Betreuern, die die Turnierordnung und den Ehrenkodex bis auf kleinste Ausnahmen „gelebt“ haben. Ich wünsche Borussia Kalk, BV Weckhoven und Grün-Weiß Brauweiler viel Spaß beim Inklusionscup und allen Mannschaften weiterhin viel Freude und Lebensfreude beim Fußballspielen. Lasst uns den Inklusionsgedanken in unseren Vereinen etablieren und intensivieren!

    Herzliche Grüße
    Hans Willy Zolper
    FVM-Beauftragter für Behindertenfußball

  • Gelungene Trainer-Fortbildung am 3. Oktober 2017

    Gelungene Trainerfortbildung „Fußball für Alle – Trainingsinhalte und Spielformen im inklusiven Fußball“

    Die Gold-Kraemer-Stiftung (GKS) hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, den Städten Köln und Frechen sowie dem Rhein-Erft-Kreis ein umfangreiches Veranstaltungs- und Fortbildungsprogramm initiiert. 12 Bildungsangebote sind in 2017 unter Mitwirkung zahlreicher Experten und Institutionen – u.a. der Deutschen Sporthochschule Köln, des Deutschen Behindertensportverbandes und des Fußball-Verbandes Mittelrhein – unter dem Namen „Inklusion konkret – Sport und Inklusion“ konzipiert worden.

    Am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2017, fand im Kurt-Bornhoff-Sportpark in Frechen eine Fortbildung für Trainer der B- und C-Jugendlichen statt. FVM-Verbandssportlehrer Markus Schenk sowie die Fußballlehrer Willi Breuer (auch Trainer der Geistig-Behinderten-Nationalmannschaft) und Malte Strahlendorf, beide auch verantwortlich für das Fußball-Leistungszentrum für geistig behinderte Fußballer (FLZ), demonstrierten Trainingsinhalte und Spielformen im inklusiven Fußball.

    „Fußball für alle“ lautete das Motto an diesem Tag. Ein Dutzend Trainer sowie die Spieler des FLZ verfolgten die vielen praktischen Tipps der Experten. Nach dem Mittagsimbiss erfolgte die Vertiefung der praktischen Übungen an Hand von Videobeispielen im großen Seminarraum der GKS-Zentrale.

    Alle Teilnehmer verabschiedeten sich mit viel Lob für den abwechslungsreichen Tag. Sie erhielten eine Bescheinigung über 10 Unterrichtseinheiten, die vom FVM für die Lizenzverlängerung anerkannt wird.

  • 5. Brücker Social Cup 2017

    Ende August fand auf der Sportanlage des SC Köln-Brück zum fünften Mal der Brücker Social Cup statt. Zusammen mit dem Betreuten Wohnen (BeWo) Dellbrück richtete der SC Köln-Brück ein Turnier mit acht inklusiven Mannschaften aus.

    Der Vereinsvorsitzende Frank Jenniges hatte sich wieder einmal als Schiedsrichter zur Verfügung gestellt und äußerte sich geradezu begeistert. „Bei allen Turnieren, die es gibt, ist mir dies das Liebste. Es macht Spaß, zu sehen, wie sich die Spielerinnen und Spieler mit Handicap begeistern können. Sie bejubeln den achten Rang genauso euphorisch wie den ersten Platz.“

    Turniersieger wurde BeWo Severin nach einem 6:4 Endergebnis im Finalspiel gegen Bewo St. Marien. Da es für BeWo Severin der dritte Turniererfolg hintereinander war, verbleibt der Wanderpokal – von Hauptorganisator Gerhard Ebers in Anwesenheit des Kreisvorsitzenden Werner Jung-Stadié überreicht – in alter Lokalität.

  • Benefizspiel beim BV Wiesdorf

    Benefizspiel beim BV Wiesdorf

    Es war ein außergewöhnliches Spiel mit einem außergewöhnlichen Rahmen, einem deutlichen Anliegen und einer beeindruckenden Neuausrichtung: Dem Traditionsverein im Leverkusener Stadtteil Wiesdorf droht in Sichtweite seines100-jährigen Vereinsjubiläums der Verlust seiner angestammten Sportanlage. Dass diese in die Jahre gekommen ist, war für die respektable Zuschauerkulisse bei nasskalter Witterung offenkundig. Der Tennenplatz mit Pfützen gepunktet, das „Drumherum“eher für Gummistiefel geeignet. Die Platzanlage „Am Stadtpark“ wird seit geraumer Zeit nicht mehr von der Stadt gepflegt, da der Stadtrat das „Aus“ für Ende 2018 beschlossen hat.

    Ein möglicher Grund für diesen Beschluss mag ein gewisser Stillstand im Vereinsleben gewesen sein. Dies ist aber seit der Mitgliederversammlung mit Wahl eines neuen Vorstandes ganz anders geworden: Der Verein hat innerhalb von wenigen Monaten seine Mitgliederzahl deutlich erhöht, öffnet sichfür Inklusion und Integration und kämpft für den Erhalt der Sportanlage, mehr noch: für dessen Generalinstandsetzung und Umwandlung in einen Kunstrasenplatz nebst Kleinspielfeldern. Seine neu gewonnene Motivation und Kraft demonstrierte der Verein am 11. November bei einem Benefizspiel gegen die „Nationalmannschaft CP“, die vom Deutschen Behindertensportverband gecoacht wird. Deren Spieler leiden an Cerebal Parese (= Halbseitenlähmung), gehen ihrem Hobby Fußball aber mit großer Begeisterung nach. Im 7er-Team des BV Wiesdorf nahmen ebenfalls Spieler mit Handicap teil, u.a. der 2. Vorsitzende des Vereins Kevin Kiry: Er spielt nach einem Unfall mit einer Unterschenkelprothese. Da er auch am Spielbetrieb in der Kreisliga D des Fußballkreises Köln teilnehmen möchte, hatte es im Vorfeld des Benefizspiels – eigentlich aber unabhängig von diesem – Anfragen an den FVM wegen einer Spielerlaubnis gegeben. Nach Einschaltung des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA) ist eine praktikable Regelung – auch für zukünftige, ähnlich gelagerte Fälle – gefunden worden. Der Spieler besorgt eine ärztliche Bescheinigung, die er auch dem jeweiligen Schiedsrichter auf Verlangen vorzeigt. Der VSA informiert den Kreis und dieser sämtliche Schiedsrichter auf Kreisebene. Mit dieser Regelung wird der FVM den betroffenen Spielern und dem Grundgedanken der Inklusion gerecht. Apropos Kevin Kiry: Er wird seit Jahresbeginn von einem Kamerateam des WDR begleitet, für den ein Film in der Sendereihe „Menschen hautnah“ produziert wird. Dieser soll im Sommer 2018 ausgestrahlt werden.

    Für den BV Wiesdorf war das Spiel am Tag des Karnevalsauftaktes etwas ganz Besonderes. Der Vorsitzende Armin Malewski freute sich über die Publikumsresonanz und den 4:2-Sieg seines Teams.

    „Wir hoffen auf einen Sinneswandel der Stadtväter. Wir sind bereit, wesentlich dazu beizutragen, dass sich der derzeit eher traurige Zustand der Anlage zeitgemäß verändert. Jedenfalls hat die Leverkusener Öffentlichkeit gemerkt, dass sich im BV Wiesdorf vieles zum Guten verändert hat und wir mit großem Engagement die Integration, die Inklusion und auch die Jugendarbeit beleben. Es wäre doch großartig, wenn auch die benachbarte Realschule wieder ihre Heimat auf einer modernisierten Platzanlage „Am Stadtpark“ finden würde.“

    Der FVM bleibt am Ball und wird über das weitere Geschehen in Leverkusen-Wiesdorf berichten. (wjs/hwz)

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